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Aus der Stadt Region Hannover geht gegen häusliche Gewalt vor
Hannover Aus der Stadt Region Hannover geht gegen häusliche Gewalt vor
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10:46 28.11.2012
Von Mathias Klein
Häusliche Gewalt ist in allen Schichten relevant. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Hannover

Eine entsprechende Erklärung soll in den kommenden Tagen unterzeichnet werden. „Das Thema ist in allen Schichten relevant“, sagte Jagau vor Journalisten. In der Region haben Polizei und Beratungsstellen im vergangenen Jahr 3700 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Jagau vermutet allerdings eine wesentlich höhere Dunkelziffer.

Man wolle mit der Initiative ein klares Zeichen setzen, sagte der Regionspräsident. Es sei in keiner Weise akzeptabel, wenn Männer ihre Frauen schlügen. Jagau vermutet, dass es beispielsweise auch in der Regionsverwaltung Frauen gibt, die zu Hause unter Schlägen oder anderen Gewalttaten ihres Partners leiden. „Die Regionsverwaltung als Arbeitsplatz soll ein Ort sein, in dem Betroffene Schutz und Unterstützung finden“, sagte er.

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Die Verwaltungen sollten dabei Vorbild sein, findet Jagau. Es sei wichtig, alle Arbeitgeber für das Thema zu sensibilisieren. „Es geht uns auch um eine Signalwirkung für andere Unternehmen.“ Am Arbeitsplatz sei eine höhere Aufmerksamkeit für das Thema nötig. Besonderes Augenmerk müsse auf Migrantinnen gelegt werden. Diese Frauen hätten wegen sprachlicher und kultureller Barrieren besondere Schwierigkeiten, Hilfe zu finden, sagte Jagau.

Die Initiative der Region und der 21 Kommunen sei eine „symbolische Handlung“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Region, Petra Mundt. Sie lobte das bundesweit einmalige Projekt. „Allerdings müssen jetzt Taten folgen“, sagte sie.

Eine Vorbildfunktion hat bereits seit Jahren Wunstorf. Dort gibt es seit rund zehn Jahren einen runden Tisch zum Thema häusliche Gewalt. Dieser koordiniere Hilfsangebote oder organisiere Vorträge, berichtete der Wunstorfer Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (CDU) gestern. Erst vor Kurzem hat die Stadt eine Broschüre herausgegeben, in der sich betroffene Frauen und auch Kinder über Hilfsangebote informieren können.

Entstanden war die Wunstorfer Initiative nach einem Besuch Eberhardts in der Wunstorfer Polizeistation an Heiligabend vor 13 Jahren. „Da saß eine völlig aufgelöste Frau, die von ihrem Mann geschlagen worden war“, berichtete er. Die Frau sei dann in ein Frauenhaus gebracht worden. Unter dem Eindruck dieses Erlebnisses habe er die Wunstorfer Initiative mit ins Leben gerufen.

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