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Aus der Stadt Region schafft Barrierefreiheit nicht pünktlich
Hannover Aus der Stadt Region schafft Barrierefreiheit nicht pünktlich
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19:27 09.11.2014
Von Mathias Klein
Einstieg nur über Klappstufen: Die Stadtbahnhaltestelle Schaumburgstraße in Herrenhausen soll immerhin demnächst einen Hochbahnsteig erhalten.
Einstieg nur über Klappstufen: Die Stadtbahnhaltestelle Schaumburgstraße in Herrenhausen soll immerhin demnächst einen Hochbahnsteig erhalten. Foto: Körner Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Die Region Hannover verfehlt das vom Bund vorgebene Ziel, alle Stadtbahnhaltestellen bis Ende 2021 barrierefrei mit Hochbahnsteigen auszustatten. Das geht aus dem Nahverkehrsplan der Region hervor. Das Ziel werde fast erreicht, sagt der zuständige Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz. Immerhin sei man bei den roten S-Bahnen „das erste Gebiet in Deutschland, das alle Bahnsteige komplett barrierefrei ausgerüstet hat“, sagt Franz. Auch bei der Barrierefreiheit für die Stadtbahn durch den Bau von Hochbahnsteigen liege Hannover im bundesweiten Vergleich weit vorn. Im Busverkehr hingegen gibt es erhebliche Lücken. Sanktionen vom Bund drohen zwar nicht, das 2013 erneuerte Personenbeförderungsgesetz lässt Ausnahmen zu. „Diese Ausnahmen werden wir genau definieren“, sagt Franz.

Nach Zahlen der Regionsverwaltung gibt es derzeit 152 barrierefreie Haltestellen an den Stadtbahnstrecken. In den nächsten fünf Jahren sollen zusätzlich 17 Hochbahnsteige gebaut werden, sodass im Jahr 2019 insgesamt 169 der 198 Haltepunkte barrierefrei ausgebaut sind. Das entspricht einer Quote von rund 90 Prozent. Die dann noch nicht ausgebauten 29 Haltepunkte sind auch finanziell allerdings nicht bis zum Stichtag am 1. Januar 2022 zu schaffen - das gilt in der Regionsverwaltung als sicher. Neubaustrecken der Stadtbahn, wie zum Beispiel die im Bau befindliche Verlängerung nach Misburg, sind nicht mitberechnet, dort werden alle Haltepunkte von Beginn an barrierefrei gebaut. Ein Hochbahnsteig kostet zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro. 75 Prozent der Summe tragen Bund und Land, den Rest die Region.

Deutlich schwieriger ist die Lage bei Bushaltestellen. In der Landeshauptstadt und im Umland gibt es derzeit 1850 Haltestellen, jede von ihnen mit zwei Haltepunkten. Pro Jahr gelingt es der Region, 40 bis 60 Haltepunkte barrierefrei auszurüsten. Derzeit haben 13 Prozent der Bushaltestellen einen Hochbord, der das Ein- und Aussteigen erleichtert. Ziel der Region ist, in naher Zukunft in jeder Ortschaft eine barrierefreie Haltestelle zu haben. „Allerdings ist für den Ausbau auch die Unterstützung der Kommunen notwendig“, betont Franz.

Scharfe Kritik am schleppenden Ausbau der Barrierefreiheit kommt allerdings von Klaus Dickneite vom Seniorenbeirat: „Das ist nicht akzeptabel.“ Er fordert die Verantwortlichen in der Region auf, das Thema Barrierefreiheit mit höherer Priorität zu behandeln. Das sei auch im Hinblick auf den demografischen Wandel dringend nötig. „Viel Geld wird ausgegeben für Dinge, die dann in den Sand gesetzt werden“, sagt Dickneite, der im Rollstuhl sitzt, und nennt etwa das frisch eröffnete Klinikum Siloah. „Dort gibt es für Behinderte eine ganze Reihe von Barrieren.“

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