Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Region Hannover warnt vor Gift-Wodka
Hannover Aus der Stadt Region Hannover warnt vor Gift-Wodka
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:54 24.11.2011
Auch vor der Marke „Premium Vodka Cosmos“ warnt die Region Hannover. Quelle: HAZ
Anzeige
Hannover

Auch in Hannover und dem Umland ist jetzt Wodka mit überhöhtem Methanolgehalt entdeckt worden. Lebensmittelkontrolleure der Region und der Stadt haben in den vergangenen Tagen rund 100 Betriebe aufgesucht und dabei 400 Flaschen der unter Umständen lebensgefährlichen Spirituose beschlagnahmt. „Wir können aber nicht ausschließen, dass noch weitere im Umlauf sind. Deshalb warnen wir dringend davor, den Wodka zu trinken“, sagt Hans-Bernhard Behrends, leitender Amtsarzt der Region Hannover.

Betroffen von der Warnung sind drei Marken der Firma Bärenkrone aus Leinefelde in Thüringen. Dabei handelt es sich um „AntiVirus Premium Quality“, „Premium Cosmos Vodka“ und „Excellent Vodka V 24 Original“. Der „Premium Cosmos Vodka“ wird in sogenannten Flachmännern, also 0,1-Liter-Fläschchen, verkauft. Deshalb gehören zu den 100 Geschäften in der Region, bei denen Bestände abgeholt worden sind, viele Kioske und Tankstellen. Allerdings sei auch ein Großhandel darunter.

Anzeige

Der gefährliche Wodka ist bundesweit in den Handel gekommen. Nach Angaben des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums ist bisher niemand erkrankt. Die Folgen wären auch schlimm: „Methanol kann Leber, Herz, Niere und Gehirn schädigen sowie das Sehvermögen beeinträchtigen“, erklärt Amtsarzt Behrends. Tückisch sei, dass die schädliche Wirkung oft mit zwei bis drei Tagen Verzögerung auftrete. „Wer eine der Wodkasorten getrunken hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen“, rät er. Wie dramatisch die Folgen einer Methanolvergiftung sein können, belegt ein Vorfall aus dem Jahr 2009. Damals war Schülern einer Lübecker Berufsschule während einer Klassenfahrt in der Türkei gepanschter Wodka angedreht worden, drei von ihnen starben. Die Lieferanten des Giftgetränks erhielten hohe Haftstrafen.

Wie das Methanol in den Wodka aus dem Eichsfeld gekommen ist, ist nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums noch nicht geklärt. Panscherei sei ebenso wenig auszuschließen wie Zersetzungsprozesse von Konservierungsstoffen, bei denen der Stoff frei wird. Die Firma Bärenkrone ist schon vor zwei Wochen geschlossen worden – allerdings nicht wegen des Wodkas, sondern weil der Verdacht auf Handel mit unversteuertem Rohalkohol aufkam. Nach Informationen der HAZ hat ein Konkurrenzunternehmen die Ermittler auf die Spur der Firma gebracht.
Sollten Verbraucher in der Region Hannover noch weitere Flaschen der gefährlichen Spirituose entdecken, bittet die Behörde um Hinweise unter der Rufnummer (05 11) 61 62 20 95.

Bernd Haase

Aus der Stadt Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr - Nur acht Minuten
24.11.2011