Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Region will Radverkehr stärker fördern
Hannover Aus der Stadt Region will Radverkehr stärker fördern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 04.03.2015
Von Bernd Haase
Nicht immer ist es am Maschsee so idyllisch: In Hannover sollen die Radwege verbessert werden.
Nicht immer ist es am Maschsee so idyllisch: In Hannover sollen die Radwege verbessert werden. Quelle: Michael Thomas
Anzeige
Hannover

Hintergrund ist, dass in der Stadt Hannover immer mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, im Umland aber der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen stagniert. Dies zu ändern, ist unter anderem wegen des Klimaschutzes ausdrückliches politisches Ziel.

Ihre Vorstellungen hat die Regionsverwaltung in einem Papier mit dem Titel „umsteigen, aufsteigen - Handlungskonzept Radverkehr“ präsentiert. Es ähnelt dem „Leitbild Radverkehr“ der Stadt Hannover, das schon vor fünf Jahren entstand und seitdem durchaus Erfolge gebracht hat. Hannoveraner legten damals 13 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurück, mittlerweile sind es 20 Prozent. Im Umland dagegen erreicht der Radverkehr nur einen Anteil von zwölf Prozent. Die Region hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Wert auf 18 Prozent zu bringen.

Bike and Ride kommt gut an

Im Fokus steht nun unter anderem die Kombination aus Fahrrad- und öffentlichem Nahverkehr. „Sie wird durch das System Bike and Ride bestimmt“, haben die Fahrradexperten der Region festgestellt. Deshalb sollen vor allem an den Haltestellen von S-Bahnen und Stadtbahnen mehr und bessere Abstellmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden - sogenannte Fahrradgaragen als Schutz vor Diebstahl und Vandalismus etwa, aber auch Ladestationen für Elektroräder. Um Platz dafür zu schaffen, schlägt die Region vor, Autoparkplätze an den Stationen außerhalb der Wintermonate zu Radparkplätzen umzuwidmen.

Verbesserungen gibt es für diejenigen, die ihr Fahrrad in Bussen und Bahnen mitnehmen wollen. Demnächst beginnt der Umbau der sogenannten Mehrzweckabteile in den Fahrzeugen der ­S-Bahn, um dort die Kapazitäten zu erhöhen. Außerdem weitet die Region bald die Zeiten aus, in den Fahrradmitnahme ohne zusätzlichen Fahrschein möglich ist.

Pendler sollen zum Fahrradfahren motiviert werden

Aber auch in die Radwege will die Region investieren. Man wolle „ein Radverkehrsnetz mit hohem Ausbaustandard“ entwickeln, heißt es in dem Handlungskonzept. Für den Freizeitbereich gibt es das schon, aber an einem Vorrangnetz für den Alltagsverkehr, mit dem beispielsweise Pendler vermehrt zum Fahrradfahren motiviert werden sollen, bastelt die Region seit geraumer Zeit mit bescheidenen Resultaten. So ist es bisher nicht gelungen, sogenannte Fahrradschnellwege auszuweisen, die über einen hohen Ausbaustandard verfügen und Umlandkommunen wie Garbsen, Laatzen und Lehrte mit dem Zentrum Hannovers verbinden.

Das Vorrangnetz für den Alltagsverkehr ist einer der Investitionsschwerpunkte, den die Region vorschlägt. Geld soll aber auch in die bestehende Infrastruktur fließen. Man werde sicherstellen, „dass die Qualität der Radverkehrsanlagen Bestand hat“, erklärt die Region. Das gilt sowohl für die Wege als auch für die Beschilderung. Insgesamt 200.000 Euro jährlich sind für diesen Posten veranschlagt. Wenn die Städte und Gemeinden im Raum Hannover mehr Abstellanlagen errichten wollen, können sie auf Unterstützung der Region hoffen.

Zusammen mit Städten, Gemeinden und Fahrradlobby

Ihr Konzept hat die Region nicht im Alleingang verfasst, sondern unter Beteiligung der Städte und Gemeinden sowie der Fahrradlobby. „Dabei haben die Inhalte eine hohe Zustimmung erfahren. Somit besteht eine begründete Erwartung auf ein effizientes Mitwirken vieler Akteure bei der Umsetzung“, schreibt die Region. Sie stuft das Papier als verbindlich ein, braucht dazu aber noch einen Beschluss der Regionspolitik.

Andreas Schinkel 04.03.2015
Aus der Stadt Flüchtlingsunterkunft im Oststadtkrankenhaus - Kleiderkammer wird gut angenommen
Gunnar Menkens 01.03.2015
Bernd Haase 04.03.2015