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Aus der Stadt Region beginnt mit Sanierung am De-Haën-Platz
Hannover Aus der Stadt Region beginnt mit Sanierung am De-Haën-Platz
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20:38 06.09.2011
Von Felix Harbart
Foto: In sechs Abschnitten soll das Areal ab Jahresbeginn 2012 saniert werden. Den Auftrag dazu schreibt die Region öffentlich aus.
In sechs Abschnitten soll das Areal ab Jahresbeginn 2012 saniert werden. Den Auftrag dazu schreibt die Region öffentlich aus. Quelle: dpa
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Hannover

Nach jahrelangem Tauziehen um den Umgang mit der radioaktiven und chemischen Altlast rund um den Lister De-Haën-Platz kann die Sanierung des betroffenen Areals voraussichtlich Anfang 2012 beginnen. Wie die Region Hannover am Dienstag mitteilte, fanden sich bis Anfang der Woche genügend Eigentümer, die einen sogenannten Sanierungsvertrag unterzeichneten. Damit ebneten sie einer durch die Region koordinierten Sanierung den Weg, mit der auch Zuschüsse von Region und Stadt Hannover einhergehen. Die Sanierung soll acht bis neun Monate dauern.

Die Alternative zur Unterzeichnung des Vertrages war für die Eigentümer entweder, die chemischen oder radioaktiven Stoffe in Eigenregie zu entfernen oder sich auf einen Rechtsstreit mit der Region einzulassen. Diese will die Eigentümer per Verfügung zur Beseitigung der Altlast zwingen.

Die Region verspricht sich von der gemeinsamen Sanierung vor allem Kostenersparnisse. Trotz der Zuschüsse von Stadt und Region von insgesamt 1,1 Millionen Euro, etwa 30 Prozent der Gesamtsumme, liegen die Kosten pro Mehrfamilienhaus bei bis zu 200.000 Euro. Ein von der Stadt eingerichteter Sozialfonds führt dazu, dass elf der rund 250 Wohnungseigentümer keine und sechs weitere nur die Hälfte ihrer Kosten tragen müssen.

Laut Region lagen für 44 betroffene Grundstücke bis Dienstag 26 Unterschriften von Eigentümern oder Eigentümergemeinschaften vor. Mit vier weiteren rechnet man in den kommenden Tagen. Vier Eigentümer führen die Beseitigung der Altlast unter ihrem Grundstück in Eigenregie durch. Für drei Grundstücke wird eine sogenannte Baulast eingetragen, die besagt, dass „intensives Kinderspiel“ auf dem jeweiligen Gelände nicht erlaubt ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass Spielgeräte abzubauen sind.

Regionsumweltdezernent Axel Priebs sprach am Dienstag von einem „entscheidenden Meilenstein“, der im Altlastenfall de Haën erreicht sei. Hans Mönninghoff, Umweltdezernent der Stadt Hannover, gratulierte der Region zu der erzielten Einigung mit so vielen Eigentümern: „Ich hätte lange Zeit nicht darauf gewettet.“

Kritik kam am Nachmittag im Umweltausschuss der Region vonseiten der Bürgerinitiative (BI) „Gegen Altlasten in der List“ und der Opposition. BI-Sprecher Jörg Baltruweit führte die zahlreichen Unterschriften darauf zurück, „dass wir Dinge im Vertrag durchsetzen konnten, die zunächst abgelehnt wurden“. So wird den Eigentümern unter anderem zugesichert, dass sie weiterhin die Möglichkeit haben, sich ihr Geld auf dem Wege einer Zivilklage zurückzuholen. Die Bürgerinitiative denkt darüber nach, gerichtlich gegen die Stadt Hannover vorzugehen. Sie begründet das unter anderem damit, dass die Stadt die Fläche der ehemaligen Chemiefabrik Riedel-de Haën als Bauland freigab, obwohl sie von möglichen Verunreinigungen wusste. Priebs wies indes die Darstellung zurück, die BI hätte sich entsprechende Klauseln in dem Vertrag „ertrotzen“ müssen.

Michael Braedt (Linke) und Eberhard Wicke (CDU) kritisierten erneut, dass die Region eine Mitschuld der Stadt nie ernsthaft geprüft habe. „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, sagte Wicke. Priebs bezeichnete das als „Frechheit“.

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In der Debatte um die Sanierungskosten am verstrahlten De-Haën-Platz schlägt der finanzpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Ralf Borchers, jetzt vor, die Sanierungskosten für Eigentümer einer Wohnung auf 10 000 Euro zu deckeln. „Das würde den Eigentümern helfen, deren Haus besonders hoch belastet ist“, sagt Borchers.

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