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Aus der Stadt „Keine überteuerte Miete für Klinik“
Hannover Aus der Stadt „Keine überteuerte Miete für Klinik“
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20:58 04.11.2014
Hauke Jagau: „Das Thema ist sehr komplex, deshalb gibt es keine leichten Antworten.“
Hauke Jagau: „Das Thema ist sehr komplex, deshalb gibt es keine leichten Antworten.“ Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Wird das leer geräumte Oststadt-Krankenhaus zur Unterkunft für Hunderte Flüchtlinge? Regionspräsident Hauke Jagau hat am Dienstag die Darstellung der HAZ zurückgewiesen, dem zufolge die Region von der Stadt einen hohen sechsstelligen Betrag, möglicherweise sogar einen Millionenbetrag als Jahresmiete von der Stadt verlangen will. „Völliger Unsinn“, sagt Jagau: „Erstens ist die Region gar nicht Eigentümerin des Gebäudes, sondern das Klinikum, zweitens sind die genannten Summen völlig aus der Luft gegriffen.“ Gemeinsam suchten Region, Klinikum und Stadt nach Lösungen zur Nutzung des Klinikgebäudes. „Das Thema ist sehr komplex, deshalb gibt es keine leichten Antworten.“

Die Stadt sucht derzeit händeringend nach Unterkünften für neue Flüchtlinge, die vom Land zugewiesen werden. Im Oststadt-Klinikum, das seit dem Umzug in den Neubau am Siloah-Standort leer steht, könnten Baudezernent Uwe Bodemann zufolge mehrere Hundert Flüchtlinge untergebracht werden. Gegenüber der HAZ hatten mehrere Insider übereinstimmend berichtet, dass die Verhandlungen um die Unterbringung von Flüchtlingen im Oststadt-Klinikum ins Stocken geraten seien. Grund seien hohe Mietforderungen der Region. Das schien besonders kurios angesichts der Tatsache, dass die Stadt das Klinikgebäude bei Gründung der Region zum symbolischen Preis von einem Euro abgegeben hatte. „Auch diese Darstellung verzerrt die Wahrheit“, sagt Jagau, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender im Klinikum ist: „Das Klinikum hat von der Stadt zugleich Kliniken mit einem riesigen Investitionsstau und Altschulden übernommen - da diente die Überlassung der Gebäude zum Teil als Ausgleich.“

Richtig sei, dass Lösungen für Grundstück und Gebäude nicht einfach zu finden seien. Langfristig will die Stadt auf dem Gelände an der Podbi Büros und Geschäfte ansiedeln, im rückwärtigen Bereich soll ein großes Wohngebiet entstehen. Für einen ersten Bauabschnitt, den die Strabag ausführen will, ist bereits der Architektenwettbewerb gelaufen.

Jagau betont, dass es keine Lösung sei, Flüchtlinge ins Gebäude einzuquartieren und dann die weitere Entwicklung abzuwarten. „Es geht darum, was auf lange Sicht weiter passiert“, sagt der Regionspräsident. Rats-Baupolitiker Felix Blaschzyk (CDU) schlug am Dienstag vor, dass die Stadt das Gesamtgrundstück kaufen und dann selbst entscheiden könne, was sie dort mit Flüchtlingen und späteren Bauplänen machen will. Dazu wollte sich Jagau nicht äußern.

Conrad von Meding und Andreas Schinkel

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