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Aus der Stadt Region überprüft Salatbestände in Läden
Hannover Aus der Stadt Region überprüft Salatbestände in Läden
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22:47 06.08.2009
Die Region Hannover überprüft nach dem Fund einer Giftpflanze die Salatbestände in Supermärkten. Quelle: Uwe Dillenberg (Archivbild)
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„Wir haben den betreffenden Supermarkt nach dem Eingang eines Hinweises am Mittwoch inspiziert und keine verdächtige Ware gefunden“, sagte Regionssprecher Nils Meyer.

Nachdem man auf diese Weise eine unmittelbare Gefährdung für die Verbraucher habe ausschließen können, seien am Donnerstag zehn Hygieneinspektoren des Fachbereichs für Verbraucherschutz und Veterinärwesen ausgerückt, um vorsorglich die Salatbestände von insgesamt 35 Supermärkten der betreffenden Handelskette unter die Lupe zu nehmen. Unter Hunderten begutachteter Salatpakete habe sich lediglich in einem ein Wildkraut unter den Rucolablättern befunden. „Es handelt sich wahrscheinlich nicht um das ,Gemeine Geiskraut’“, sagte Meyer.

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Zur Analyse wurde die verdächtige Salatpackung gestern an das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelrecht geschickt. Dort rechnet man zu Beginn kommender Woche mit einem Befund. Sollte sich die Probe als gesundheitlich bedenklich erweisen, könnten dem im süddeutschen Raum ansässigen Erzeuger Konsequenzen, etwa ein vorsorgliches Umpflügen seiner Felder, drohen. Die dortige Verbraucherschutzbehörde sei über den Verdacht in Kenntnis gesetzt worden und werde den betreffenden Betrieb überprüfen, hieß es bei der Region.

Das Ergebnis der ausgiebigen Supermarktkontrollen bewertet Regionssprecher Meyer als „unauffällig“, Fremdbeimischungen im Salat ließen sich aber niemals komplett ausschließen. Als Vorsichtsmaßnahme verweist Meyer auf eine Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Dort heißt es, man solle den Salat beim Waschen gründlich inspizieren und fremdartige Blätter aussortieren.

Helmut Wiedenfeld, Pharmazeut an der Universität Bonn, schätzt die Gefährdungslage dagegen höher ein. Dem Wissenschaftler war am Dienstag von einer Langenhagenerin eine Probe des Salats zugesandt worden, der zu dem Giftverdacht geführt hatte. Auf Nachfrage der HAZ bestätigte er am Donnerstagabend, dass die Probe schwer mit dem Gift des „Gemeinen Greiskrauts“ belastet sei. Wiedenfeld verwies auf die lebensbedrohenden Konsequenzen, die schon geringe Dosen des Gifts beim Verzehr über einen längeren Zeitraum haben könnten und bezeichnete die Sicherheitsempfehlung der BfR als ungenügend: „Greiskraut sieht Rucola zum Verwechseln ähnlich, es ist für Laien fast unmöglich, die Blätter auszusortieren.“

von Daniel Behrendt und Joachim Dege

Sonja Fröhlich 06.08.2009
Thorsten Fuchs 06.08.2009