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Aus der Stadt Region verzichtet auf Südstadt-Bahn
Hannover Aus der Stadt Region verzichtet auf Südstadt-Bahn
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22:03 28.04.2010
Von Mathias Klein
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„Wenn vonseiten der Landeshauptstadt gesagt wird, wir können uns das nicht vorstellen, dann werden wir das auch nicht weiter verfolgen“, sagte er im Gespräch mit der HAZ. Die D-Linie soll vom Hauptbahnhof in die Südstadt verlängert werden, Politiker ringen seit Jahren um die beste Lösung.

„Meine Vermutung ist, dass die Realisierungschancen gleich null sind“, meinte Franz. Der Dezernent sagte, er habe gewusst, dass die Trasse städtebaulich schwierig umzusetzen sei. Er habe sie als Option in die Debatte geworfen, weil viele Argumente für eine solche Stadtbahnlinie sprächen. Die Südstadt sei Hannovers bevölkerungsreichster Stadtteil und stark mit Autoverkehr belastet. Die durch die Sallstraße führende Buslinie 121 werde viel genutzt, befinde sich aber an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. „Eine Stadtbahn bietet einen ganz anderen Komfort“, sagte Franz.

Eine Berechnung der Region hatte ergeben, dass eine Trasse durch die Sallstraße für den öffentlichen Personennahverkehr an jedem Werktag 7900 neue Fahrgäste bringen würde. Nach Angaben von Franz war die Region in Sachen Südstadtbahn vor zwei Monaten von Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann um eine Machbarkeitsstudie gebeten worden. Franz zeigte sich daher verwundert darüber, dass die von ihm in die Öffentlichkeit getragenen Überlegungen zur Südstadtbahn von Bodemann als „vorschnell und einseitig“ kritisiert wurden. „Wir sind sonst in der Zusammenarbeit mit dem Rathaus Besseres gewohnt“, sagte Franz. Er zeigte allerdings Verständnis für Bedenken der Anwohner. Bewohner der Sallstraße hatten vor allem argumentiert, die Straße sei zu eng für Autos und für Stadtbahnverkehr. „Der Bau einer neuen Trasse ruft natürlich nicht nur Jubel hervor“, sagte Franz.

Dennoch wolle die Region an dem Konzept festhalten, den Verkehr mit Bussen und Bahnen auszubauen, um dadurch etwas für den Klimaschutz zu tun. „Man sollte in Projekte investieren, die neue Fahrgäste bringen und die wirtschaftlich zu betreiben sind“, erläuterte er.

Wichtig sei außerdem das Thema Hochbahnsteige: „Es kann also sein, dass wir auf der Limmerstraße und am Steintor Hochbahnsteige bauen, damit Rollstuhlfahrer in die Stadtbahn kommen.“ Franz ist sich der vielen Bedenken gegen die Hochbahnsteige bewusst, er kündigte daher an, diese so zu bauen, dass sie sich dem Straßenraum anpassen. „Man kann auch überlegen, zusätzliches Geld für eine künstlerische Gestaltung in die Hand zu nehmen“, sagte er.

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