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Aus der Stadt Rudelsingen ist das etwas andere Karaoke
Hannover Aus der Stadt Rudelsingen ist das etwas andere Karaoke
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00:16 25.01.2015
„Ich möchte, dass alle gleich total austicken“: Tobias Sudhoff und Gereon Homann (links) geben auf der Pavillon-Bühne den Takt an.
„Ich möchte, dass alle gleich total austicken“: Tobias Sudhoff und Gereon Homann (links) geben auf der Pavillon-Bühne den Takt an. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Sie tanzen, klatschen im Takt und singen inbrünstig die Spider-Murphy-Hymne „Skandal im Sperrbezirk“ aus den Achtzigerjahren. In den Pausen wird Wein getrunken, und es werden Brezeln geknabbert. Rund 250 Musikbegeisterte treffen sich zum Rudelsingen im Pavillon am Raschplatz - schon drei Wochen zuvor war die Veranstaltung ausverkauft. „Ich bin zum zweiten Mal dabei, sonst singe ich im Kirchenchor“, sagt die 59-jährige Gisela Werger. „Die Idee vom Rudelsingen ist lustig, macht Spaß, und der Mix der Lieder macht’s.“

Im Pavillon hat das 2. Rudelsingen stattgefunden.

Das Rudelsingen ist eine abgewandelte Form des Karaoke-Singens. Der Unterschied: Das Publikum singt gemeinsam und wird von einer Band begleitet. Die Strophentexte werden für jeden sichtbar an eine Leinwand projiziert - die Refrains hat jeder eh drauf. „Wir machen im Gegensatz zum herkömmlichen Karaoke wirklich Musik“, sagt Moderator und Pianist Tobias Sudhoff. „Und wir begleiten das Publikum als Band.“

Zusammen singen Sudhoff und seine 250 Gäste den Gute-Laune-Song „Don’t worry be happy“ (Bobby McFerrin), der Moderator sitzt am E-Piano, Schlagzeug spielt Gereon Homann. „Ich möchte, dass alle gleich total austicken!“, ruft Sudhoff ins Mikrofon. „Der Pavillon soll Risse bekommen!“

Das Publikum jubelt. Als das nächste Lied auf der Leinwand erscheint, sind alle begeistert. Den Klassiker „Im Wagen vor mir“ (Henry Valentino) kennt jeder. Sudhoff teilt das Publikum auf: Strophe für Strophe dürfen erst die wenigen Männer im Saal zeigen, was sie drauf haben, dann die Frauen. Der Refrain ist für alle. „Ich bin begeistert von der Atmosphäre“, sagt eine 34-Jährige in der Menge. Sie ist heute mit einem Rudel Freundinnen gekommen.

Der nächste Termin ist am 15. April im Pavillon, die Karten kosten 9 Euro.

Das Rudelsingen findet zum zweiten Mal im Pavillon statt. Birgit Rauschke, Elternberaterin beim Verein Mittendrin, hat die Veranstaltung nach Hannover geholt. In Städten wie Köln, Bremen und Osnabrück ist der Trend früher angekommen. Rauschkes Verein setzt sich für die Integration von Menschen mit Behinderung ein. „Ich habe das Rudelsingen zum ersten Mal in Barsinghausen erlebt und war so begeistert. Singen verbindet alle Menschen“, sagt sie.

An diesem Abend werden insgesamt drei Sets mit Pausen gespielt. Zum Finale bekommt das Rudel, das besonders enthusiastisch mitgesungen hat, die Gelegenheit für eine eigene Showeinlage.

Am Ende des Abends bedankt sich eine Frau mit Handicap bei Birgit Rauschke: „Danke, du hast uns alle sehr glücklich gemacht.“

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