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Aus der Stadt Reisende sitzen über zwei Stunden in S-Bahn fest
Hannover Aus der Stadt Reisende sitzen über zwei Stunden in S-Bahn fest
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21:17 17.12.2009
Von Bernd Haase
Über zwei Stunden saßen Reisende in der Nacht zum Donnerstag in einer S-Bahn fest. Quelle: Michael Thomas
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Der Zug verließ den Hauptbahnhof planmäßig um 0.04 Uhr – also eine knappe halbe Stunde vor dem von der Bahn angegebenen Zeitpunkt, zu dem das Stellwerk ausfiel. Die Fahrt endete bereits nach kurzer Zeit in Höhe der Clausewitzstraße auf freier Strecke, berichtet Karlheinz Diekmann aus Lehrte-Ahlten, der zu den etwa 60 Passagieren zählte. „Wir haben zweieinhalb Stunden warten müssen und sind dann unter chaotischen Umständen evakuiert worden“, sagt er. Weder von der Bahn noch von der Bundespolizei waren am Donnerstag Stellungnahmen zu dem Fall zu erhalten.

Der Zugführer habe zunächst in einer Durchsage von einem außerplanmäßigen Halt gesprochen und um Geduld gebeten, sagt Diekmann. Später dann sei von der Stellwerkpanne die Rede gewesen. Ein Bahnmitarbeiter, der nicht genannt werden wollte, mutmaßte am Donnerstag, die Ursache könne zunächst ein Defekt am Fahrzeug gewesen sein. Die Verzögerung habe vermutlich dazu geführt, dass die S-Bahn nicht mehr rechtzeitig aus dem Bereich des Stellwerks herausgekommen sei.

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Anschließend stellte die Bahn die Nerven der Reisenden auf die Probe. „Wir warteten und warteten, während die Temperatur im Zug sank“, berichtet Diekmann. Warm sei es lediglich in der Zugführerkabine und im Abteil der ersten Klasse gewesen. Erst gegen 2.30 Uhr seien dann Mitarbeiter der Bahn erschienen. „Wir mussten in der Dunkelheit aus den Türen auf den Bahndamm klettern“, sagt der Ahltener. Dann sei man bei Frost im Gänsemarsch über die teilweise glatten Bahngleise zu einem Wirtschaftsgebäude der Bahn geführt worden, durch das man den Gleisbereich habe verlassen können.

Auch der Weitertransport habe dann seine Tücken gehabt. Zwar habe die Bahn Taxis in der Clausewitzstraße vorfahren lassen. Diese hätten aber Reisende, die nicht die ganze Tour nach Celle hätten fahren wollen, zunächst stehen lassen.

Diekmann will sich nun schriftlich an die Bahn wenden und zumindest um nachträgliche Aufklärung bitten: „So, wie das in der Nacht gelaufen ist, kann man mit den Leuten nicht umspringen.“