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Aus der Stadt Schadensersatz gibt es auch ohne Reise
Hannover Aus der Stadt Schadensersatz gibt es auch ohne Reise
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22:00 18.06.2014
Von Michael Zgoll
Palmenstrand und Urlaubssehnsucht: Die Malediven im Indischen Ozean. Quelle: Archiv
Hannover

Ein Ehepaar, dem der Traum von einer märchenhafte Mauritius-Reise geplatzt ist, kann auf üppigen Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden hoffen. Das hannoversche Amtsgericht signalisierte bereits, dass die beiden verhinderten Urlauber vom Reiseveranstalter TUI eine Entschädigung erwarten dürfen; über die Höhe – zwischen 1200 und 2200 Euro – wird Richter Klaus Neubert Anfang Juli entscheiden.

Zwei Wochen lang wollte das Paar im vergangenen Oktober auf der exotischen Insel entspannen. Die Reise sollte rund 4200 Euro kosten, die Impfkosten von gut 200 Euro kamen noch obendrauf. Gebucht hatten die Eheleute ein Zimmer mit Blick auf den Indischen Ozean. Doch dann, 14 Tage vor dem Abflugtermin, flatterte ihnen eine enttäuschende Mitteilung ins Haus: Die TUI teilte den erwartungsfrohen Kunden mit, dass das gewählte Hotel leider überbucht sei. Zu Überbuchungen kommt es immer dann, wenn ein Hotelier verschiedenen Reiseveranstaltern Bettenkontingente verkauft und diese dann tatsächlich auf breiter Front nachgefragt werden – so wie im Herbst 2013 auf Mauritius.

Die Alternative, die die TUI dem Ehepaar offerierte, war nicht vergleichbar. Das Ersatzhotel lag nicht so ruhig und abgeschieden wie die erste Wahl. Auch ging das Zimmer zum rückwärtigen, belebten Pool hinaus und konnte keineswegs mit Sehnsuchtsblick auf Strand und Meeresdünung aufwarten. Die Kunden stornierten ihren Urlaub, bekamen den Reisepreis erstattet.

Doch weil ein deutscher Herbst nicht mit einem Inselfrühling südlich des Äquators zu vergleichen ist, verklagte das Paar die TUI wegen „nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit“, wie es im Juristendeutsch heißt. Ihre Forderung beläuft sich auf einen Schadensersatz in Höhe von 50 Prozent des Reisepreises. „Der Bundesgerichtshof hat den Entschädigungsanspruch von Kunden in einem ähnlich gelagerten Fall einer Malediven-Reise klar bejaht“, erläutert Rechtsanwalt Paul Degott.

Wenn das Ersatzangebot gemessen an den subjektiven Urlaubswünschen des Kunden nicht gleichwertig ist, so der BGH im Jahre 2005, darf dieser Schadensersatz fordern. Selbst wenn der verhinderte Urlauber in der Zeit der geplanten Reise arbeitet, steht das seinem Entschädigungsanspruch nicht entgegen. Dass dieser Anspruch bei der Hälfte des Reisepreises liegt, war nach Ansicht der Karlsruher Richter beim geplatzten Malediven-Urlaub „nicht zu beanstanden“. Und deshalb ist es gut möglich, dass das Amtsgericht Hannover in ähnlichen finanziellen Regionen landet.

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