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Aus der Stadt Das Klassenzimmer der Zukunft
Hannover Aus der Stadt Das Klassenzimmer der Zukunft
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21:11 13.11.2014
Lernen von heute: Ob an Whiteboards, an Bildschirmtischen oder mithilfe kleiner Notebooks, die digitalen Medien bieten viele Möglichkeiten zum interaktiven Unterrichten - für Lehrer und Schüler.
Lernen von heute: Ob an Whiteboards, an Bildschirmtischen oder mithilfe kleiner Notebooks, die digitalen Medien bieten viele Möglichkeiten zum interaktiven Unterrichten - für Lehrer und Schüler. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Der ganze Tisch ist ein riesiger Bildschirm. Sean (9) schiebt eine Karte, auf der das englische Wort „soap“ steht, mit dem Finger gekonnt in Richtung „Badezimmer“, die nächste Karte „cooker“ fliegt Richtung Küche. Die Kinder müssen auf dem Bildschirm Karten mit englischen Begriffen den richtigen Zimmern zuordnen.

Ricoh und Acer stellen im interaktiven Klassenzimmer den Unterricht mit digitalen Medien vor.

Im neuen interaktiven Klassenzimmer, das Ricoh zusammen mit Acer entwickelt und am Donnerstag erstmals im Firmensitz an der Vahrenwalder Straße vorgestellt hat, lernen die Kinder spielend. Es gibt Whiteboards, an denen man Kontinente benennen, Rechtschreibung üben oder Verkehrszeichen einüben kann. Es gibt ein Videokonferenzsystem, wo sich die Partnerschule aus England leicht in den deutschen Unterricht zuschalten lässt. Es gibt kleine Notebooks, Tablets und den riesigen Lerntisch mit dem lustigen Kartenspiel. „Dies ist das modernste Klassenzimmer Europas“, sagt Ricoh-Chef Uwe Jungk. In Deutschland würden bislang nur in drei Prozent des Unterrichts digitale Medien eingesetzt, in Skandinavien liege der Anteil bei 20, in Frankreich immerhin bei fünf Prozent. Dabei böten die neuen Medien große Chancen für individuelles, spannendes Lernen, sagt Jungk.

Das finden auch Sean und seine Mitschüler von der Grundschule Kestnerstraße. „Wir lernen spielerisch“, sagt der Neunjährige, und es klingt nicht nach Werbebotschaft, sondern nach Spaß. Schnell hakt er ab, was das Schild „Einbahnstraße“ bedeutet. Einen eigenen Computer wie Florens haben die wenigsten Viertklässler. „Wir nutzen nur das iPad in der Familie für Spiele, wenn wir am Flughafen warten“, sagt Frida.

„Technik fasziniert“

Uschi Albrecht, Leiterin der Grundschule Kestnerstraße, ist von den Möglichkeiten des Klassenzimmers der Zukunft jedenfalls sehr angetan. „Das ist genial.“ Man könne damit gut fördern und fordern. Wenn etwa ein Kind beim Diktat nicht so schnell mitkomme, könne es sich den Text elektronisch noch einmal vorlesen lassen, während der echte Lehrer dem Rest der Klasse weiterdiktiere. Stift, Buch und Heft würden die modernen Medien nicht aus der Schule verdrängen, aber das Lernen deutlich spannender machen.

„Technik fasziniert“, sagt auch Mathematiklehrer Thomas Napel: „Eine Rechnenaufgabe am Computer löst man einfach viel lieber als dieselbe Aufgabe im Heft.“ Die Frage bleibe allerdings, ob die neue Technik auch noch nach ein paar Monaten so interessant für die Kinder sei.

Ricoh-Sprecher Mario Di Santolo hat da keine Zweifel: „Es kommt nicht auf die Technik, sondern auf den Inhalt an.“ Früher hätten Schulen oft einzelne Whiteboards gekauft, ohne recht zu wissen, was sie damit anfangen sollten. Das interaktive Klassenzimmer biete aber eine Komplettlösung an. Für die Lehrer hält Ricoh auch entsprechende Schulungen vor. Schließlich ist jede Technik nur so gut wie die Menschen, die damit umgehen. Sean, Frida und Florens haben damit schon jetzt kein Problem.

HAZ-Veranstaltung zu modernem Unterricht

Seit mehr als zwei Jahren stattet die Madsack Mediengruppe Schulen in der Region Hannover und Niedersachsen mit iPads und Zubehör aus. Mit modernen Geräten und technischen Einführungen direkt in der Schule unterstützt der HAZ Media Store auf diese Weise den erfolgreichen Aufbau von Medien- und iPad-Klassen.

Die Experten stellten dabei zum Beispiel in der IGS Lehrte oder Dietrich-Bonhoeffer-Realschule passende Lernprogramme vor und halfen unter dem Titel schoolTab Lehrkräften, ihren Unterricht modern zu gestalten. Es geht darum, das mediale und selbstständige Lernen in Schulen zu fördern. Damit auch Eltern und Bekannte die neue Art des Lernens kennenlernen, lädt die HAZ zur Veranstaltung schoolTab for friends ein. Am Dienstag, 18. November, werden kostenlos Geräte und Programme in der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus vorgestellt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr. Anmeldungen sind unter schooltab@madsack-mediastore.de möglich.

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