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Aus der Stadt Riesiger Hohlraum unter Fahrbahn an der Vahrenwalder
Hannover Aus der Stadt Riesiger Hohlraum unter Fahrbahn an der Vahrenwalder
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01:16 17.08.2010
Von Conrad von Meding
Alles hohl: Ein Bauarbeiter begutachtet das Loch unter dem Asphalt der Vahrenwalder Straße. Im Vordergrund ist es bereits provisorisch verfüllt.
Alles hohl: Ein Bauarbeiter begutachtet das Loch unter dem Asphalt der Vahrenwalder Straße. Im Vordergrund ist es bereits provisorisch verfüllt. Quelle: Michael Thomas
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Denn direkt unter der Fahrbahn klafft ein zwei Meter tiefes Loch. Die Erde ist weggesackt – und oben rollte täglich der Schwerlastverkehr. Kein Einzelfall: Die Stadtentwässerung hat ein Sonderprogramm von 26 Millionen Euro aufgelegt, um derartige Gefahren künftig zu vermeiden.

Das Loch in der Vahrenwalder Straße erinnert an das Problem der Absackungen unter der Celler Straße vor nicht einmal einem Jahr. Damals war ein altes Abwasserrohr undicht geworden. Auslaufendes Wasser ließ die darüberliegenden Erdschichten nachsacken – es entstand ein Hohlraum, in dem ganze Pflastersteine vom Radweg spurlos verschwanden, zum Entsetzen der Anlieger. Auch im neuen Fall scheint ein Abwasserrohr schuld zu sein. Eine offizielle Bestätigung von der Stadt gibt es noch nicht. „Die Ursache wird noch geprüft“, sagt Sprecher Dennis Dix.

Der Grund für die Straßenarbeiten in der Vahrenwalder Straße war eine Verstopfung eines Abwasserrohrs in 4,50 Meter Tiefe. Wahrscheinlich hatten Wurzeln das Rohr gesprengt, inzwischen liegen riesige Mengen Sand in dem Rohr. Als Bauarbeiter den Boden aufgraben wollten, fanden sie den Hohlraum unterm Asphalt. Wieder sind Sand und Erde in großer Menge nachgesackt. Die Luftblase ist nach HAZ-Informationen an der tiefsten Stelle zwei Meter hoch gewesen.

Glück im Unglück war, dass das Loch fast vollständig unter der Rechtsabbiegespur in die Melanchthonstraße liegt. Auf dieser Abbiegespur fahren deutlich weniger schwere Lkw als auf den Geradeausspuren. Trotzdem ist jetzt zusätzlich eine Geradeausspur gesperrt: Die Bauarbeiter brauchen Platz. Täglich kommt es zu langen Staus in Fahrtrichtung Innenstadt. Die Stadt empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren. Zunächst sind rund drei Wochen Bauzeit angesetzt, die geschätzten Kosten betragen rund 50 000 bis 60 000 Euro. „Genaues wissen wir erst, wenn Ursache und Schadensausmaß ermittelt sind“, sagt Stadtsprecher Dix.

Das Loch unter der Vahrenwalder Straße ist kein Einzelfall. Nach Angaben der Stadtentwässerung kommt es pro Jahr etwa 20-mal zu Absackungen wegen defekter Rohre, nicht immer haben sie allerdings diese Ausmaße. Bislang weiß niemand, wie es unter der Hildesheimer Straße, der Schulenburger Landstraße oder etwa der Fössestraße aussieht. Nur bei der Podbi kann man sich derzeit relativ sicher sein: Sie wurde gerade erst in weiten Teilen erneuert. Hannovers Stadtentwässerung hat ein Sonderprogramm zur vorbeugenden Kanalreparatur aufgelegt. Stadtteil für Stadtteil werden die Abwasserkanäle mit einem Kameraroboter gefilmt, Abschnitte in Schadensklassen geordnet und dann nach Bedarf saniert.

Mathias Klein 16.08.2010
Conrad von Meding 16.08.2010