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Aus der Stadt Ringen ums Herrenhausen-Ticket
Hannover Aus der Stadt Ringen ums Herrenhausen-Ticket
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08:58 03.02.2012
Von Andreas Schinkel
Besucher der Herrenhäuser Gärten können noch bis Ende Februar kostenlos durch den Barockgarten spazieren. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

„Wir müssen über bestimmte Punkte diskutieren und die Vor- und Nachteile abwägen“, sagt SPD-Kulturexpertin Belgin Zaman. Verschiedene „Anregungen“ habe man der Stadtverwaltung bereits zukommen lassen. Auch die Grünen überlegen, an welchen Stellen im Tarifsystem „Modifikationen“ nötig sind, wie Grünen-Fraktionschef Lothar Schlieckau sagt. Ihn stört, dass künftig Kinder schon ab sechs Jahren Eintritt bezahlen müssen – bisher dürfen Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren kostenlos in die Herrenhäuser Gärten.

Umstritten ist in der Ratspolitik aber vor allem, wie Hannoveranern der Eintritt in die Gartenanlagen weiterhin ermöglicht werden kann, ohne dass sie ein Ticket für das Schlossmuseum mitbezahlen oder eine Jahreskarte für die Gärten lösen müssen. Denn eine Karte für den Großen Garten und den Berggarten, wie sie bisher für fünf Euro verkauft wird, hat die Stadt ab 2013 nicht mehr vorgesehen. Prinzipiell kommen Hannoveraner dann nur noch mit einem Kombiticket für acht Euro (im Winter sechs Euro) in die Gartenanlagen. Sie zahlen damit zugleich den Eintritt für das Schlossmuseum, auch wenn sie es gar nicht besuchen wollen. Einzige Ausnahme: In der Sommersaison bietet die Stadt ein sogenanntes Feierabendticket, das für 3,50 Euro einen Spaziergang durch den Barockgarten erlaubt, allerdings erst ab 17.30 Uhr.

Der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken hat sich als erstes politisches Gremium mit dem neuen Kartensystem beschäftigt und einstimmig beschlossen, das derzeitige Ticket für Barock- und Berggarten beizubehalten. „Es muss auch ab 2013 eine Karte für diejenigen geben, die einfach nur in den Gärten spazieren gehen wollen“, sagt SPD-Bezirksratsherr Karlheinz Mönkeberg. Das hätte aber zur Folge, räumt er ein, dass Besuchern auch für das Schlossmuseum eine Einzelkarte angeboten werden müsse. Die Pläne der Stadt sehen aber vor, dass allein Jahreskartenbesitzer ein Einzelticket von 3,50 Euro für den Schlosseintritt lösen dürfen.

Die CDU im Rat hat jetzt einen neuen Vorschlag in die Diskussion gebracht. Eine Fünfer-Karte zum Preis von acht Euro soll Hannoveranern fünfmal einen Gang durch den Großen Garten ermöglichen. „Die Karte sollte übertragbar sein, aber nicht für eine Gruppe gelten“, erklärt CDU-Kulturpolitiker Oliver Kiaman. Damit wäre die Lücke zwischen Kombiticket (Gärten mit Schloss) und Jahreskarte geschlossen. „Und für auswärtige Besucher ist so ein Fünfer-Ticket uninteressant“, sagt Kiaman. Die SPD winkt schon jetzt ab. Unterm Strich sei ein Eintrittspreis von 1,60 Euro für den Großen Garten nicht wirtschaftlich.

FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hält das gesamte neue Tarifsystem für kaum noch durchschaubar. „Die Verwaltung muss das Konzept vereinfachen“, fordert er. Grundsätzlich verlangt Engelke, dass sowohl für die Gärten als auch das Schlossmuseum Einzeltickets verkauft werden sollten.

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