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Aus der Stadt Doppeltes Erinnern an Robert Enke
Hannover Aus der Stadt Doppeltes Erinnern an Robert Enke
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17:16 09.11.2014
Foto: Erinnern im Landesmuseum: 96-Torwart Robert Enke.
Erinnern im Landesmuseum: 96-Torwart Robert Enke. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Zum fünften Todestag von Robert Enke hat das Niedersächsische Landesmuseum Hannover am Freitag zwei Ausstellungen eröffnet. Sie sollen an den ehemaligen 96-Torwart und deutschen Nationalspieler erinnern und gleichzeitig die Öffentlichkeit für die Krankheiten Depression und Schizophrenie sensibilisieren. Enke, der unter Depressionen litt, hatte sich am 10. November 2009 das Leben genommen.

Anlässlich des fünften Todestages des ehemaligen 96-Torwart Robert Enke zeigt das Landesmuseum Hannover mit der Robert-Enke-Stiftung eine fünftägige Aufklärungs- und Erinnerungsausstellung.

In der Erinnerungsausstellung "Robert gedenken - unser Freund und Torwart" werden persönliche Gegenstände Enkes präsentiert. Sie sollten Enkes Zwiespalt zwischen einem erfolgreichem Sportler und einem verletzlichen Menschen verdeutlichen, sagte Museumssprecher Dennis von Wildenradt. Der Besucher kann Trikots und Pokale, aber auch Fotos oder die Kulturtasche des Sportlers sehen. In einer Vitrine sind auch einige Kondolenzbriefe an seine Frau Teresa Enke von vor fünf Jahren ausgestellt. Viele Exponate sind zusätzlich in einer virtuellen Ausstellung der Robert-Enke-Stiftung im Internet zu finden.

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Am Freitagabend findet im Landesmuseum zudem eine Podiumsdiskussion statt. Von 19 Uhr an sprechen Teresa Enke, Ursula von der Leyen und Petra Garlipp (MHH) mit HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt über die „Volkskrankheit Depression“.

Außerdem soll die Erlebnisausstellung "Grenzen erleben" vermitteln, wie sich psychische Erkrankungen anfühlen. Mit einer Bleiweste, gedimmtem Licht und einer Dauerschleife negativer Sprüche im Ohr werden dem Besucher in simulierter Form Symptome einer Depression vorgeführt. Um eine Schizophrenie darzustellen, werden die Besucher dazu aufgefordert, in einem nachgebauten Supermarkt einen Einkauf zu erledigen. Dabei werden sie durch Schauspieler gestört, die sich ihnen in den Weg stellen oder Waren aus ihrem Einkaufswagen zurück ins Regal räumen. Der Besuch der Erlebnisausstellung ist ab 16 Jahren und nur unter Voranmeldung möglich.

Zur Eröffnung kam auch Enkes Witwe Teresa. "Es war ein Herzenswunsch von mir, die Sachen zu zeigen, die ihn ausgemacht haben", sagte sie. Teresa Enke wünscht sich noch mehr Anlaufstellen für psychisch kranke Sportler. "Robert und ich waren damals allein auf weiter Flur. Die Stiftung und ich wollen, dass kranke Sportler schnell die Möglichkeit haben, sich von entsprechenden Sportpsychiatern helfen zu lassen", sagte sie.

Zudem wurde bekannt, dass das Leben des früheren Torwarts verfilmt wird. "Das stimmt. Teresa Enke hat ihre Zustimmung dazu gegeben und wird ebenfalls in dieser Dokumentation vorkommen", sagte der Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung, Jan Baßler. Die Doku des hessischen Regisseurs Klaus Stern soll "Der Torwart" heißen und im kommenden Jahr produziert werden.

Die Ausstellungen im Landesmuseum sind am Wochenende von 9 bis 18 Uhr sowie Montag und Dienstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Voranmeldung unter info@robert-enke-stiftung.de oder 05105/7755-5510.

epd/dpa/frs

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