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Aus der Stadt „Robin Hood“ und die erschlichenen Kredite
Hannover Aus der Stadt „Robin Hood“ und die erschlichenen Kredite
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12:03 07.01.2012
Von Sonja Fröhlich
Akteure und Nutznießer des Vereins "Robin Hood" müssen sich wegen Urkundenfälschung und Kreditbetrugs vor dem Landgericht Hannover verantworten. Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)
Hannover

Der frühere Verein „Robin Hood“ mit Sitz in Vahrenwald fungierte offenbar als Kreditvermittler. Der Vorstand bestand aus Roman A. und zwei weiteren Männern mit demselben Nachnamen. Vom Vorstand angeklagt sind nur Roman A. und Beirätin Heike S. Den Akteuren wird zur Last gelegt, Betroffene mit falschen Dokumenten ausgestattet und ihnen Bankkredite vermittelt zu haben. So soll es gelungen sein, von August bis Oktober 2009 Sofortkredite in Höhe von insgesamt 200.000 Euro zu bekommen. Als Provision hätten die Vermittler von „Robin Hood“ jeweils mehrere Tausend Euro eingestrichen, sagte Oberstaatsanwältin Regina Dietzel-Gropp.

Laut Anklage begleiteten zumeist der 28-jährige Roman A. und die 44-jährige Heike S. die Kreditnehmer zu den Banken. Dort seien gefälschte Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen und Lohnsteuerbescheinigungen vorgelegt worden, um das für die Kreditvergabe notwendige Einkommen vorzutäuschen. Tatsächlich soll es sich bei den Kreditnehmern um Arbeitslose oder Geringverdiener handeln, die zum Teil hoch verschuldet waren. In einer Filiale der Commerzbank in der Innenstadt Hannover gelang die Masche gleich mehrmals. Die Kunden bekamen dort bis zu 33 000 Euro ausgehändigt. Einer der Kreditnehmer zeigte sogar einen falschen Pass vor, der ihn als Professor auswies. Im Anschluss, so Dietzel-Gropp, hätten die Akteure von „Robin Hood“ zehn Prozent oder mehr vom ausgezahlten Kredit kassiert. Lediglich bei der City Bank (heute Targo Bank) fiel der Schwindel sofort auf – die Bank erstattete Anzeige. Als die Kreditnehmer ihre ersten Raten säumig blieben, soll man auch bei der Commerzbank misstrauisch geworden sein.

Der Strafkammer steht ein mühsames Verfahren bevor. Der leitende Ermittler der Polizei sagte am Freitag, es habe über den Verein kaum Erkenntnisse gegeben. Eine verfahrensabkürzende Absprache war zuvor gescheitert – offenbar forderte die Staatsanwaltschaft ein höheres Strafmaß. Jetzt ziehen es die Angeklagten vor zu schweigen. Lediglich ihre persönlichen Daten gaben sie am Freitag Preis. Roman A. – Designeranzug, große Uhr, zurückgegelte Haare – gab an, Versicherungskaufmann zu sein. Offenbar ist der muskulöse Deutschrusse auch weiterhin im Kreditgeschäft aktiv. Nach HAZ-­Informationen betreibt er in Vahrenwald eine Schuldnerberatung. Dort bietet er finanziell in Not geratenen Menschen „Kredite ohne Schufa“ an – der Name „Robin Hood“ taucht nicht mehr auf.

Die Idee der SPD, die Grundsteuer noch stärker anzuheben als geplant, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Bund der Steuerzahler schickte am Freitag einen Brandbrief an die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Christine Kastning. Darin warnt der Steuerzahlerbund davor, weiter an der Steuerschraube zu drehen. Vielmehr müssten Stadt und Ratspolitik die Ausgabenseite in den Blick nehmen.

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