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Aus der Stadt Auch Roncalli fällt mit wildem Plakatieren auf
Hannover Aus der Stadt Auch Roncalli fällt mit wildem Plakatieren auf
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21:13 26.10.2015
Von Mathias Klein
Die Flächen, auf denen die wilden Plakatierer ihr Unwesen getrieben haben, müssen von den Rückständen gesäubert werden.
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Hannover

In den Schreiben werden die Firmen aufgefordert, ihre unrechtmäßig aufgehängten Plakate zu entfernen. Andernfalls drohe eine Geldbuße von bis zu 100 Euro pro Plakat.

Die illegalen Plakatierer sind meist nachts unterwegs. Überwiegend sind es Veranstaltungen wie Partys oder Konzerte, für die diese Plakate werben sollen.

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Prominentester Empfänger der blauen Briefe aus dem Rathaus ist der Circus Roncalli, der derzeit auf dem Waterlooplatz gastiert. Mitarbeiter der Stadt hätten bereits 400 nicht erlaubte Plakate des Zircus abgenommen. Noch nicht erfasst seien die Plakate, die eine von der Stadt beauftragte Firma abnehmen soll. Roncalli habe „offiziell ausreichend Werbeflächen“ bei einem Vertragspartner der Stadt gebucht, der die Werbeflächen vermarktet. Das Unternehmen wisse zudem genau, dass wildes Plakatieren in Hannover nicht erlaubt sei, sagte Serbent. Die Sprecherin von Roncalli war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als weitere größere „Wildplakatierer“ nennt Rathaussprecherin Serbent die Veranstalter der Ausstellung „Echte Körper“ und von „Wrestling POW“.

Besonders betroffen sind zum Beispiel Schaltkästen der Telekom in der Innenstadt, Eingänge zu den U-Bahn-Stationen, aber auch die Tiefgarage am Raschplatz. Dort hingen wilde Plakate jetzt sogar auf den Fenstern der Eingangstüren.

Die City-Gemeinschaft begrüßte das Vorgehen der Stadt. „Die Plakate stören massiv das Sauberkeitsempfinden der Besucher der Innenstadt“, sagte der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Besonders die Veranstalter von Partys machen den Geschäftsinhabern der Innenstadt zu schaffen. Nacht für Nacht trieben illegale Plakatierer in der Innenstadt ihr Unwesen. Aber auch Roncalli habe es übertrieben. „Der Circus ist extrem übers Ziel hinausgeschossen“, sagt Prenzler.

Bereits seit Jahren seien den Geschäftsleuten die unerlaubten Plakate ein Dorn im Auge. Prenzler spricht von „massiver Sachbeschädigung“ durch die wilden Plakate, zum Beispiel auf Bauzäunen. „Wenn irgendwo ein Bauzaun aufgestellt wird, ist er am nächsten Morgen zuplakatiert“, erläutert er. Die Baufirmen müssten einen großen personellen und finanziellen Aufwand betreiben, um die oftmals gemieteten Zäune zu reinigen.

Vor zwei Jahren hatte sich Prenzler noch vom „Hin- und Hergeschiebe“ der Zuständigkeiten genervt gezeigt. Damals forderte er, dass gegen die illegalen Plakatierer hart durchgegriffen werden müsste.

Bereits seit vielen Jahren gibt es in Hannover immer wieder Klagen über die wilden Plakate.

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