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Aus der Stadt Rot-Grün fordert Sozialwohnungen am Klagesmarkt
Hannover Aus der Stadt Rot-Grün fordert Sozialwohnungen am Klagesmarkt
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07:28 17.10.2012
Von Andreas Schinkel
Mit Sozialwohnungen? Computerentwurf für den Klagesmarkt. Quelle: astoc
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Hannover

In der Ausschreibung für die Bebauung will Rot-Grün festlegen, dass auch eine Baugemeinschaft zum Zuge kommt und in den neuen Gebäuden eine Kita eingerichtet wird. Mit diesen Weichenstellungen wolle man verhindern, dass ein Investor sich möglicherweise allein auf den Bau von Luxuswohnungen verlegt, erläuterte Hermann. „Wie hoch der Anteil von Sozialwohnungen genau sein wird, ergibt sich dann auch aus dem Konzept des künftigen Investors.“

Um den Bau von sehr preiswerten Neubauwohnungen realisieren zu können, hoffen SPD und Grüne auf Zuschüsse vom Land, aber auch aus der Stadtkasse. Bereits Ende Oktober soll die Bebauung des Klagesmarktes öffentlich ausgeschrieben werden. Tatsächlich herrscht in Hannover bereits Mangel an kleinen und mittleren Wohnungen zu günstigen Preisen. Laut Mieterbund suchen vor allem Familien und Studenten bezahlbare Wohnungen. „Wegen des doppelten Abiturjahrgangs sind sehr kleine, günstige Wohnungen stark gefragt“, stellte Randolpf Fries, Chef des hannoverschen Mieterbunds, unlängst fest. Zudem hält der Trend zum Wohnen in der Stadt an. Immer mehr ältere Menschen, deren Kinder das Haus verlassen haben, ziehen aus dem Umland zurück ins Stadtgebiet. Auch darauf will die Ratspolitik nun offenbar reagieren.

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„Auf dem Klagesmarkt sollen auch Familien eine Bleibe finden, die eine Quadratmetermiete von 10 Euro nicht zahlen können“, sagt SPD-Politiker Hermann. Unterm Strich komme es beim Verkauf des Grundstücks nicht in erster Linie darauf an, dass die Stadt einen möglichst hohen Preis erzielt. „Wichtiger sind die sozialen Kriterien“, sagt Hermann. Allerdings dürfe die Stadt dabei nicht ins Minus rutschen.

Genau diese Frage beschäftigte auch die Politiker des Bezirksrats Mitte, die sich am Montagabend mit der Bebauung des Klagesmarktes und dem geplanten Verkauf der dortigen Flächen auseinandersetzten. „Die Stadt verschenkt ein Grundstück in bester Lage“, kritisierte CDU-Mann Joachim Albrecht in der Sitzung.

Als erstem politischen Gremium wurden dem Bezirksrat die Pläne für den Abriss des Bunkers unter dem Platz vorgelegt. Das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg muss vor der Bebauung entfernt werden, da der Bunker einer Tiefgarage für die künftigen Wohnungen weichen soll. 2,6 Millionen Euro, so die bisherigen Berechnungen, wird der Abriss kosten. 600.000 Euro können voraussichtlich mit EU-Mitteln finanziert werden. Die CDU im Bezirksrat argumentierte, dass der Erlös aus dem Grundstücksverkauf allenfalls die Kosten für den Bunkerabriss decken werde. „Wenn die Stadt einen höheren Preis verlangt, werden auch die Mieten steigen“, prognostizierte Albrecht.

Dennoch stimmte der Bezirksrat mehrheitlich für die Abrisspläne. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen.

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