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Aus der Stadt Hitzige Gefechte – aber nur mit Worten
Hannover Aus der Stadt Hitzige Gefechte – aber nur mit Worten
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00:15 25.11.2014
Von Michael Zgoll
Rot-grüne Pläne zur Thematisierung von Homosexualität in Schulen bringen Gegner und Befürworter auf die Straße. Quelle: Petrow
Hannover

Zwei Demonstrationen zur Thematisierung von Homosexualität in der Schule, pro und kontra, fanden am Samstagnachmittag an Steintor und Goseriede statt. Vereinzelt kam es zu hitzigen Wortgefechten, doch handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern blieben aus. Hintergrund ist ein Entschließungsantrag von SPD und Grünen im Niedersächsischen Landtag, wonach künftig das Thema Homosexualität ebenso wie Bi-, Trans- und Intersexualität in die Lehrpläne einfließen soll. Angestrebt wird demnach, „alle Kinder und Jugendliche in der Entwicklung ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität zu unterstützen“ und „Diskriminierung durch Ausgrenzung und Mobbing vorzubeugen“. Doch dagegen läuft das ultrakonservative Aktionsbündnis „Ehe und Familie vor – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ Sturm.

Drei Demonstrationen hat das Bündnis bislang in Stuttgart veranstaltet, jetzt trat es erstmals in Norddeutschland auf den Plan. Gruppen wie „Rettet die Familie“, „Kirche in Not“ oder „Starke Mütter“ zählen dazu, auch die Plakate am Steintor verkündeten eindeutige Botschaften wie „Vater, Mutter, Kinder – Familie voran“ oder „Gott statt Schrott“. Mehrere Redner aus dem Bundesgebiet betonten, Kinder vor einer „Sexualisierung durch Schule“ bewahren zu wollen; die Pläne von Rot-Grün würden zur Zerstörung von Ehe und Familie führen. Teilnehmer der „Demo für alle“ kritisierten, dass die Stadt Hannover am Steintorplatz Regenbogenflaggen – das Symbol von Friedens- wie auch Lesben- und Schwulenbewegung – aufgezogen hatte und werteten dies als Provokation. Auch monierten sie, dass sie der städtische Personaldezernent Harald Härke auf der Kundgebung der Gegenseite als „Dumpfbacken“ bezeichnet habe.

Hunderte Ultrakonservative zogen in Begleitung von Gegendemonstranten zum Landtag. Die Ultrakonservativen demonstrierten am Steintorplatz gegen „die Sexualisierung unserer Kinder“. Veranstalter ist das Aktionsbündnis „Ehe und Familie vor – stoppt Genderideologie und Sexualisierung unserer Kinder.“

Nach der Kundgebung zog die „Demo für alle“ – die Polizei zählte rund 500 Köpfe – über das Leibnizufer zum Niedersächsischen Landtag; auf dem Parkplatz vor dem Sozialministerium skandierten die Teilnehmer „Schützt unsere Kinder“ und ließen Dutzende von blauen und rosafarbenen Luftballons in den Himmel steigen.

Anderthalb Stunden früher als die Demo der Konservativen hatte eine Kundgebung des Bündnisses „Vielfalt statt Einfalt“ auf dem Goseriede-Platz nahe der Kurt-Schumacher-Straße begonnen. Eingeladen hatte der „Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen“; zu den Unterstützern zählen Dutzende von Vereinen, sozialen Einrichtungen und Parteien wie SPD, Grüne, die FDP und Die Linke. Hier sprach die Polizei von rund 300 Teilnehmern, die sich gegen sexuelle Ausgrenzung und Rassismus aussprachen. „Wir lassen uns unsere Kinder nicht schlechtreden“ stand auf einem Plakat, „Bildung gefährdet Homophobie und Vorurteile“ auf einem anderen. Vertreter von Landesschülerrat und Lehrergewerkschaft GEW erklärten, dass ein offener Umgang mit verschiedenen sexuellen Orientierungen an Schulen notwendig sei. „Du Schwuchtel“ oder „Lesbe“ seien dort nach wie vor häufig gebrauchte Schimpfworte, unverändert würden unter Kindern und Jugendlichen viele Vorurteile und Vorbehalte gegen Homosexuelle existieren.

Die Teilnehmer von „Vielfalt statt Einfalt“ schwenkten Regenbogenfähnchen, zwischendurch wurden die als „erzkonservative Populisten“ bezeichneten Demonstranten auf dem Nachbarplatz mit Musik beschallt. Nachdem die eigene Kundgebung beendet war, gesellte sich ein Großteil der Regenbogenfraktion zur „Demo für alle“, versuchte dort die Veranstaltung mit rhythmischem „Haut ab“ oder Versen wie „Eure Kinder werden so wie wir“ zu stören. Die Polizei, die Steintor und Goseriede über Stunden abgesperrt hatte und mit mehreren Dutzend Beamten – auch zu Pferde – vor Ort war, schaffte es aber immer wieder, die Gemüter zu beruhigen.

Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot gewappnet – doch am Ende blieb alles friedlich. Vier größere Gruppen demonstrierten am Sonnabend in Hannover. Rechte und Linke, Ultrakonservative und deren Kritiker standen sich dabei gegenüber. Die Proteste im Überblick.

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