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Aus der Stadt Ruf nach grüner Welle wird lauter
Hannover Aus der Stadt Ruf nach grüner Welle wird lauter
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21:58 06.05.2010
Von Mathias Klein
Laut ADAC sind intelligente Ampeln eine Möglichkeit, den Verkehr leiser zu machen. Quelle: Frank Wilde (Archiv)

Für Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer ist es eine „unglaublich peinliche Angelegenheit“, während FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke von „schlotternden Knien“ spricht, die Rot-Grün bekommen habe: Am Mittwoch hatte Stadtbaurat Uwe Bodemann seine konkreten Pläne für Tempo 40 auf einigen Straßen per Pressemitteilung zurückgezogen. Seitdem heißt es aus der Stadtverwaltung, es handele sich lediglich um einen Prüfauftrag.

Grund für den Rückzieher ist offenbar die massive Kritik von Bürgern, die die Rathaus-Pläne ausgelöst hatten. Auch Wirtschaft und Handel hatten gegen die Einrichtung von Tempolimits auch auf Hauptausfallstraßen protestiert.

Immerhin, so meint Toepffer, hätten das Rathaus und die Mehrheit aus SPD und Grünen aus den Protesten bei der Einrichtung der Umweltzone gelernt. „So ein Desaster tut man sich nicht zweimal an“, sagte er am Donnerstag. FDP-Fraktionschef Engelke vermutet einen Zusammenhang mit der Kommunalwahl im September kommenden Jahres. „Die haben gemerkt, dass die Bürger diese Gängelei nicht mehr wollen“, meinte er. Sollten SPD und Grüne bei der Kommunalwahl erneut eine Mehrheit erreichen, „dann ziehen die das durch“.

Der Lärmaktionsplan, der in den politischen Gremien von der rot-grünen Mehrheit bereits durchgewunken wurde, sieht die Einführung des nächtlichen Tempolimits unter anderem auf der Vahrenwalder Straße und der Podbielskistraße vor. In dem Plan findet sich zudem ein Verweis auf eine generelle (also auch tagsüber geltende) Tempobeschränkung von 40 Stundenkilometern auf dem Cityring, auf der Hildesheimer Straße und der Vahrenwalder Straße. Diese Regelung soll im Zuge des bereits 2007 beschlossenen Luftreinhalteplans greifen, zu dem auch die Umweltzone gehört.

Toepffer hat die Stadtverwaltung gestern aufgefordert, die Bevölkerung bei einem neu gestalteten Lärmaktionsplan einzubinden. „Die Hannoveraner sind bereit, über eine vernünftige Umweltpolitik nachzudenken“, sagte der CDU-Chef. Als Beispiele nannte er intelligente Ampelschaltungen und Flüsterasphalt.

Auch nach Auffassung des ADAC wäre die grüne Welle eine gute Möglichkeit, den Straßenverkehr leiser zu machen. Ein Auto sei immer lauter, wenn es nach einem Ampelstopp wieder losfahren müsse, erläuterte ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Für die Einrichtung einer grünen Welle sei es sinnvoll, die betroffene Straße mit Induktionsschleifen zu versehen, die messen, wie viele Autos unterwegs sind, und diese Daten an einen Computer melden. Der Computer steuert dann sowohl die Ampeln als auch elektronische Schilder, die den Autofahrern die Geschwindigkeit für die grüne Welle anzeigen.

Die Handwerkskammer Hannover habe der Stadt Hannover am Donnerstag angeboten, an einem „abgestimmten und zukunftsfähigen Verkehrskonzept“ konstruktiv mitzuwirken, sagte Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting. Bislang mangele es offenbar an der Abstimmung der zuständigen Fachbereiche in der Verwaltung, meinte Ernsting. Ein vernünftiges Konzept gebe Firmen und Privatleuten auch Sicherheit bei Investitionen.

Während in Hannover die Diskussion über Tempo-40-Zonen voll entbrannt ist, hat der rot-grüne Senat in Bremen einen eigenen Lärmaktionsplan bereits umgesetzt. Seit dem vergangenen November gilt dort auf einigen Straßen aus Lärmschutzgründen nachts ein Tempolimit – dort sind nur 30 km/h erlaubt. Der Senat plant außerdem auf einer Straße, die nach Angaben des örtlichen ADAC dem Messeschnellweg vergleichbar ist, ein Tempolimit von 50 – statt der bisher erlaubten 70 km/h. Zusätzlich sollen auf der Strecke drei Ampelanlagen aufgestellt werden. „Dadurch gibt es dann dort mehr statt weniger Lärm“, sagte ein ADAC-Sprecher.

Umfrage zum Tempo 40 in der Innenstadt

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Die Stadt Hannover reagiert auf die massive Kritik an der Tempo-40-Zone. „Die Maßnahme eines Tempo 40 ist lediglich ein Prüfauftrag“, teilte Stadtbaurat Uwe Bodemann am Mittwoch per Pressemitteilung mit. Von einem Prüfauftrag war in den bisherigen Äußerungen der Verwaltung jedoch nicht die Rede gewesen.

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