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Aus der Stadt Run auf die Ganztagsgrundschulen
Hannover Aus der Stadt Run auf die Ganztagsgrundschulen
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00:53 12.04.2010
Von Bärbel Hilbig
Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung ist groß: In der Olbers-Grundschule in Döhren gibt es schon jetzt eine Warteliste.
Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung ist groß: In der Olbers-Grundschule in Döhren gibt es schon jetzt eine Warteliste. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Wegen fehlender Hortplätze steht das Schulmodell der Ganztagsgrundschule bei den Eltern hoch im Kurs. „Bei uns haben sich mehr als genug Interessenten gemeldet, wir fahren zurzeit mit Warteliste“, sagt Regine Hempel-Mähler, Leiterin der Heinrich-Wilhelm-Olbers-Grundschule in Döhren.

Die Stadt startet zum August mit einem eigenen Ganztagsmodell für Grundschulen. Sie stockt die Mittel, die das Land bereitstellt, freiwillig auf, sodass die Kinder an bis zu fünf Tagen nachmittags bis 17 Uhr betreut werden können. Acht Schulen werden zunächst beginnen, bis 2012 sollen voraussichtlich 21 der 56 städtischen Grundschulen einsteigen. Überall dort, wo die Ganztagsschulen gerade erst in Planung sind, zeigen die Eltern großes Interesse.

Grundsätzlich müssen Eltern ihr Kind an der Grundschule anmelden, in deren Einzugsgebiet die Familie wohnt. Doch im Fall der Ganztagsbetreuung können sie ihr Glück auch an einer anderen Schule versuchen. Viele Plätze sind dort allerdings nicht im Angebot. Kinder, die im Schulbezirk der Ganztagsgrundschule wohnen, haben Vorrang. Auch bei Michael Leonhard, Leiter der Gebrüder-Körting-Schule, haben etliche berufstätige Eltern nachgefragt, die dringend eine Betreuung für ihr Kind suchen. Doch die kleine Grundschule in Badenstedt kann maximal 59 Kinder pro Jahrgang aufnehmen. „Wir sind ausgelastet“, sagt Leonhard. Die große Nachfrage nach Hortplätzen könne so nicht kompensiert werden. Katja Gade von der Grundschule Suthwiesenstraße hält es außerdem für sinnvoll, dass die meisten Grundschüler in ihrem vertrauten Wohnviertel zu Fuß zur Schule gehen. „Wir weisen Eltern, die jetzt anfragen, darauf hin, dass etwa die Grundschule Loccumer Straße schon jetzt Nachmittagsangebote macht und in absehbarer Zeit Ganztagsschule wird.“

An der Grundschule Suthwiesenstraße sammeln Lehrer, Eltern und Schüler bereits Erfahrungen mit Ganztagsangeboten. Die Stadt stellt zur Vorbereitung schon jetzt einen Koordinator bereit. „Er unterstützt uns sehr, gute Angebote mit qualifizierten AG-Leitern zu finden“, sagt Schulleiterin Gade. Tanztrainer und Künstler aus dem Stadtteil, Lehrer der Musikschule und Übungsleiter aus Sportvereinen sind darunter. Außerdem soll für jede Schule ein freier Träger gefunden werden, der als Arbeitgeber für die AG-Leiter fungiert. In den nächsten Tagen stellt die Stadt ihr Konzept in jeder der acht Grundschulen potenziellen örtlichen Trägern vor. Schulleiterin Gade ist für die Entlastung dankbar, dennoch bleibt viel Organisationsarbeit bei der Schule, die letztlich die Verantwortung für Kinder und Angebote trägt. Gade führt auch die Vorstellungsgespräche. „Ich möchte wissen, wer an meiner Schule arbeitet.“

Neben AG-Leitern arbeiten auch Betreuer im Ganztagsbereich, die sich außerhalb der AGs um die Kinder kümmern, mit ihnen spielen, zu Mittag essen oder Hausaufgaben machen. „Wir haben das Glück, dafür Pädagogikstudenten und ausgebildete Erzieherinnen gefunden zu haben“, sagt Gade. Sie schätzt die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Stadt. „In anderen niedersächsischen Städten sind die offenen Ganztagsschulen auf das Budget des Landes angewiesen. Damit kommen sie nicht weit.“

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