Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadt sperrt rund 60 Bolzplätze in Hannover
Hannover Aus der Stadt Stadt sperrt rund 60 Bolzplätze in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
20:47 09.12.2016
Von Juliane Kaune
„Diffuse Gefahr“: Dieses Schild haben erzürnte Eltern am Bolzplatz Rampenstraße aufgehängt. Quelle: Irving Villegas
Anzeige
Hannover

Eltern und Kinder in Hannover sind in Aufregung: Die Stadt hat gut drei Dutzend Bolzplätze und rund 20 Spielflächen an Schulen für unbestimmte Zeit gesperrt. Der Grund ist ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle vom August dieses Jahres. Die Richter hatten einem 41-Jährigen, der sich bei Fußballspielen auf einem Bolzplatz in Limmer verletzt hatte, Schmerzensgeld zugesprochen. Nun trifft die Verwaltung Vorsorge, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. „Die Stadt ist angehalten, hinsichtlich der Verkehrssicherheit deutlich engere Bewertungsmaßstäbe anzulegen als bisher“, sagt Sprecher Dennis Dix. Eltern haben dafür kein Verständnis: „Man kann die Kinder doch nicht aussperren“, empört sich Sabine Hoffmeister aus Linden-Mitte.

Nachdem sich ein Mann auf einem öffentlichen Bolzplatz den Fuß verknackst hat, sind nun rund 60 Spielflächen im Stadtgebiet gesperrt.

Ob in der List, Linden, der Südstadt oder der Nordstadt - überall stehen Kinder, die auf den Bolzplätzen toben wollten, vor verschlossenen Gittertüren. Auf Schulgeländen hat die Stadt großflächige Bereiche durch Zäune abgegrenzt. Nach HAZ-Informationen sind davon unter anderem die Bonifatiusschule in der List und die Grundschule Kestnerstraße sowie die Bolzplätze am Bonifatiusplatz und am De-Haën-Platz betroffen.

Anzeige

Schüler veranstalten Protestzug

Besonders hart hat es die Grundschule und den Hort Mengendamm getroffen. Dort ist der größte Teil des Außengeländes abgeriegelt. „Es ist schlimm“, sagt die Schulelternratsvorsitzende Katja Ahlers. Bereits seit zehn Monaten sei ein Teil des Schulhofes wegen der Sanierung des kontaminierten Bodens nicht nutzbar. „Und nun ist für 360 Kinder nur noch eine asphaltierte Fläche zum Spielen geblieben.“ Die Dritt- und Viertklässler hätten einen Protestzug durch die Schule veranstaltet; Hortkinder haben mit Bildern verzierte „Unterschriftenlisten“ gegen die Sperrung angefertigt. Schulleiter Andreas Kathmann gibt zu bedenken, dass die Unfallgefahr für die Kinder steige, wenn sie sich nun auf der verbleibenen Asphaltfläche versammeln müssen. Von der Sperrung wurde er überrascht: „Es kam am 25. November ein Rundschreiben von der Stadt, dass hier kontrolliert wird, und dann wurde vier Tage später einfach unser Grünbereich abgetrennt.“

 „Blanker Aktionismus“

Stadtsprecher Dix versichert, dass zumindest diese Fläche am Mittwoch wieder freigegeben wird. Nach dem Gerichtsurteil seien in den vergangenen Wochen alle 147 öffentlichen Bolzplätze und 97 Bolzflächen auf Schulanlagen überprüft und teilweise vorsorglich gesperrt worden. Einige seien, wenn nötig, inzwischen repariert worden und wieder nutzbar, sagt Dix, ohne Zahlen zu nennen. In den kommenden Wochen sollten - je nach Wetterlage - weitere Flächen freigegeben werden. An einer betroffenen Schule ist von „blankem Aktionismus“ und einem „Schildbürgerstreich“ die Rede.

Kopfschütteln löst das Vorgehen auch bei Carsten Schild aus, dessen Söhne bisher auf dem Bolzplatz am Moltkeplatz Fußball gespielt haben. „Es findet sich dort nicht der geringste Hinweis, warum das gemacht wurde.“

Auch die Lindener Sabine Hoffmeister ärgert sich über fehlende Informationen. „Ich habe selbst beim Ordnungsamt angerufen, da sagte man nur, von den Plätzen gehe eine ‚diffuse Gefahr’ aus.“ Sie hat allein in Linden acht gesperrte Bolzplätze gefunden, darunter Flächen an der Rampenstraße, am Von-Alten-Garten, an der Noltestraße und am Pfarrlandplatz. „Mein Sohn und seine Freunde suchen jeden Tag verzweifelt nach einer freien Fläche und finden keine.“

Aus der Stadt Entscheidung zu City Trees vertagt - Wo sollen die neuen Frischluftwände stehen?
Andreas Schinkel 09.12.2016
Aus der Stadt Zum 75. Geburtstag von Ekkehard Reimann - Gastronom Reimann denkt nicht ans Aufhören
Juliane Kaune 06.12.2016
Anzeige