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20:15 23.08.2013
Am Sonnabend startet die Ideen-Expo in Hannover. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Die Gäste können kommen. „Wir wollen zeigen, was wir geschafft haben“, sagt Christopher vom Johannes-Kepler-Gymnasium. Christopher und andere Siebtklässler der Garbsener Schule arbeiten seit zwei Monaten an ihrem Exponat – die Schüler demonstrieren, wie man mit einem Roboter Leben retten kann. Und nicht nur Roboter stehen bei der vierten Ideen-Expo im Fokus: Bei Europas größter Schau dieser Art können Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren die spannende Welt von Technik und Naturwissenschaft erkunden.

Viel zu sehen, viel zu verstehen: Bei einem Rundgang über die Ideen-Expo wird der Erfindergeist der Aussteller deutlich. Neben Robotern, Autos und einem Modell des menschlichen Auges gibt es allerhand Experimente zum ausprobieren und lernen.

Auf dem 80 000 Quadratmeter großen Areal in und um Halle 9 auf dem Messegelände finden sich mehr als 550 Mitmachexponate, zahlreiche technische Innovationen sowie Orientierungshilfen zum Thema Berufswahl. Zum Ausstellerteam gehören mehr als 6000 Menschen, und 60 Guides warten darauf, Gruppen über das Gelände zu führen.

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„Wir werden den Leuten ganz viel erklären“, sagt Jessica vom Team Rettungsroboter aus Garbsen aufgeregt, und auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Ideen-Expo GmbH, Volker Schmidt, ist voller Vorfreude: „Alle sind infiziert und angesteckt von der Ideen-Expo, wir freuen uns sehr.“ Und das zu Recht: Highlights der Ideen-Expo sind unter anderem der Club Zukunft, der Unentschlossene zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und 16 Wirtschaftsunternehmen beim Thema Berufsorientierung unterstützt – sowie zahlreiche Technikexponate zum Ausprobieren, wie zum Beispiel der Formel-1-Fahrsimulator der Firma Exxon Mobil oder ein Flugzeugcockpit der Hochschule Hannover.

Vom 24. August bis zum 1. September wird das Messegelände Hannover erneut in Orange getaucht: Die IdeenExpo entführt junge Menschen zum vierten Mal in die Welt der Naturwissenschaften und Technik. Am Montag haben die Aufbauarbeiten begonnen.

Neben der Ausstellung gibt es auch Unterhaltung: Heute ab 19.15 Uhr spielen Stefanie Heinzmann und die Söhne Mannheims vor Halle 9, am nächsten Wochenende treten Deichkind und Taio Cruz auf. Die Ideen-Expo ist täglich bis zum 1. September von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt zu den Veranstaltungen und Konzerten ist frei. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nur mit den Linien 6 und 16 Richtung Messe/Ost möglich, da das Gelände nicht über die Eingänge Nord und West betreten werden kann.

Von Sabrina Mazzola

„Es kommen Schulklassen
aus 14 Bundesländern“

Interview mit Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall und Aufsichtsratsvorsitzender der Ideen-Expo.

Herr Schmidt, verraten Sie uns doch Ihr Geheimnis.
Welches Geheimnis?

Alle Welt redet davon, dass die Jugend nur noch über Internet, Facebook oder Twitter zu erreichen ist. Sie aber locken mit einer klassischen Technik- und Wissenschaftsschau inzwischen mehr als 300 000 junge Menschen nach Hannover. Wie gelingt das?
Die Ideen-Expo hat ein in Deutschland einzigartiges Konzept: Wir verbinden Technik mit Spaß, Wissensvermittlung mit Berufsorientierung. Mit unseren fast 600 Exponaten bieten wir Technik zum Anfassen und bauen damit auch Hemmschwellen ab. Und wir merken, dass wir damit bei jungen Leuten einen Nerv treffen. Natürlich kommunizieren wir auch über Facebook und Twitter mit den Jugendlichen.

In der Realität funktioniert es ja so, dass Lehrer mit ihren Schulklassen auf die Ideen-Expo kommen, der Besuch der Jugendlichen also womöglich nicht ganz freiwillig ist ...
Schon weit vor Beginn der diesjährigen Ideen-Expo haben sich Schulklassen aus 14 Bundesländern angemeldet. Das allein ist eine bemerkenswerte Zahl. Und wir wissen, dass unsere Veranstaltung gut ankommt. Eine Befragung der Besucher im Jahr 2011 ergab, dass 84 Prozent der Jugendlichen die Ideen-Expo hervorragend fanden – und hilfreich für die Berufsorientierung. Das zeigt, dass die
Ideen-Expo ein Erfolgskonzept ist, das aber gleichwohl auch weiterentwickelt werden muss.

Was heißt das?
Mit der Ideen-Expo gehen wir neue Wege, um dem eklatanten Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen. In diesem Jahr wollen wir ganz gezielt junge Frauen ansprechen. Wir wollen das Vorurteil widerlegen, dass Technik nur etwas für Jungs ist. Auf der Ideen-Expo sind Veranstaltungen mit erfolgreichen Meeresbiologinnen, IT-Technikerinnen und Energieforscherinnen geplant, um Mädchen Mut für solche Berufe zu machen.

Wie groß sind die Chancen wirklich, die junge Frauen in Technikberufen haben?
Hier hat längst ein Umdenken eingesetzt. Firmen werden auf der Ideen-Expo spezielle Einstiegsmöglichkeiten für Frauen offerieren. Und es hat sich herumgesprochen, dass Frauen, die sich mit Ingenieurwissenschaften befassen, ihre Examina mit deutlich besseren Noten abschließen als Männer.

Die Ideen-Expo ist keine billige Veranstaltung. Wie hoch ist der Etat, und wer sind die Geldgeber?
Der Etat wird in diesem Jahr von bisher elf auf gut zwölf Millionen Euro steigen. Davon gibt das Land Niedersachsen 2,5 Millionen, die EU zwei Millionen. Rund acht Millionen Euro kommen aus der freien Wirtschaft.

Und rechnet sich das denn alles, wenn man Aufwand und Nutzen gegeneinander hält?
Das ist ja nicht nur eine Rechenfrage. Die Ideen-Expo zu unterstützen heißt auch, eine Haltung an den Tag zu legen: Nämlich sich für die künftige Generation und für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland zu engagieren. Wir sind ein rohstoffarmes Land, also müssen wir auf den Rohstoff in den Köpfen setzen. Natürlich sollen und müssen die beteiligten Unternehmen von ihrem Engagement hier auch profitieren. Sie haben auf der Ideen-Expo die große Chance, technisch interessierten Nachwuchs in großer Zahl anzusprechen und junge Menschen als künftige Arbeitskräfte zu gewinnen. Und genau das funktioniert auch.

Und was bedeutet diese Großveranstaltung für Hannover?
Sie ist für die Stadt und für Niedersachsen ein Aushängeschild geworden. 40 Prozent der Besucher kommen inzwischen aus anderen Bundesländern, wir sind also längst eine Veranstaltung von bundesweiter Bedeutung. Etwas Vergleichbares gibt es in ganz Deutschland nicht. Die Ideen-Expo zeigt, was Hannover und Niedersachsen auf die Beine stellen können. Das sagt sehr viel über die Kreativität dieser Region und die Bedeutung des Forschungsstandortes Niedersachsen aus. Das sollte uns selbstbewusst machen. Für dieses Projekt und für viele andere.

Interview: Volker Goebel

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