Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Rutschte Seniorin von Bahnsteigkante?
Hannover Aus der Stadt Rutschte Seniorin von Bahnsteigkante?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:55 09.03.2009

Die Hannoveranerin Ingeborg Raulf sagt, genau dies sei ihr passiert. Die Üstra streitet das ab und sagt, es sei unmöglich.

Das Geschehen, das die Familie Raulf seitdem beschäftigt, ereignete sich am 14. Januar 2008 an der Stadtbahnhaltestelle Sedanstraße in der List. Dort wollte Ingeborg Raulf, die einen Rollator benutzt, ihren Angaben zufolge rückwärts in einen Zug der Linie 3 einsteigen. Was dann passierte, bleibt unklar. „Ich vermute, dass sie geschubst worden ist und dadurch das Gleichgewicht verloren hat“, sagt ihr Sohn Manfred. In jedem Fall sei sie aber mit dem linken Fuß in den Spalt zwischen Tür und Bahnsteigkante eingefädelt, gestürzt und dann weiter hereingerutscht, bis das Bein etwa bis zur Mitte des Oberschenkels feststeckte. Drei Männer hätten sofort reagiert und sie aus ihrer hilflosen Lage befreit.

Ingeborg Raulf ist zunächst trotz Schmerzen weitergefahren und nach Hause gegangen. Auf den Rat ihres Sohnes hin rief sie einen Arzt an. Der ließ sie sofort mit dem Rettungswagen in die Medizinische Hochschule bringen, wo sie notoperiert werden musste. Laut Befund trug sie schwere Beinverletzungen am Schenkel und im Kniegelenk davon, die immer noch nachwirken.
Manfred Raulf setzte sich einen Tag später mit der Üstra in Verbindung. Dort ist man überzeugt, dass der Unfall so nicht stattgefunden haben kann. „Die Spalte zwischen Türen und Kante sind nur 7,5 Zentimeter breit. Da passt kein Oberschenkel hinein“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Da die Station Sedanstraße videoüberwacht sei, habe man das entsprechende Material ausgewertet und nichts von einem Unfall bemerkt. Die entsprechenden Filme seien auch nach wie vor vorhanden. Aus den Protokollen der Fahrdienstzentrale gehe keine Störungsmeldung hervor. Es gebe keine Zeugenaussagen und auch keinen Präzedenzfall, wie Iwannek betont: „So etwas ist noch nie passiert.“

Das will Manfred Raulf so nicht stehen lassen. Er hat den Spalt nachgemessen und ist auf elf Zentimeter gekommen. Außerdem hat er Fotoaufnahmen vom Schuh seiner Mutter in dem Spalt angefertigt. Dabei ist er von einer Schülerin angesprochen worden, die ihm dann berichtete, dass auch sie schon bis zum Oberschenkel zwischen Bahn und Bahnsteig eingeklemmt gewesen sei – allerdings nur Hautabschürfungen davongetragen habe. Das Mädchen hat sich inzwischen bei der HAZ gemeldet und den Vorfall bestätigt, der sich an der Haltestelle Mühlenberg zugetragen habe.

Raulf hofft nun auf weitere Zeugen. Es gehe ihm dabei nicht um Schmerzensgeldforderungen. Er möchte erreichen, dass die Haftpflichtversicherung der Üstra eintritt. „Und ich will nicht, dass meine Mutter als Lügnerin dargestellt wird“, sagt er.

Von Bernd Haase

In der Frage, wer für die Kosten der Altlastenentsorgung am Lister De-Haën-Platz aufkommen muss, richten sich die Blicke nun auch auf die Stadt Hannover.

09.03.2009

Es war eine riesige Staubwolke, die da am Sonnabend um 10.52 Uhr über Limmer in den Himmel stieg. Sekunden vorher hatte ein lauter Knall den Stadtteil erschüttert, dann fiel das vierstöckige sogenannte Gebäude 87 auf dem ehemaligen Conti-Gelände in sich zusammen.

Vivien-Marie Drews 08.03.2009

Hannovers Polizeidirektion wird 200 Jahre alt – und die HAZ erinnert in einer Serie an spektakuläre Kriminalfälle aus zwei Jahrhunderten. Heute der 2. Teil: Den Mord am Schreiber Fricke hätte vielleicht nie jemand entdeckt – wenn seine 43-jährige Witwe und ihr 18-jähriger Geliebter nicht so ungeduldig gewesen wären.

Thorsten Fuchs 07.03.2009