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Aus der Stadt S-Bahn stellt Betrieb in der Region Hannover ein
Hannover Aus der Stadt S-Bahn stellt Betrieb in der Region Hannover ein
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10:53 24.12.2010
Im Hauptbahnhof Hannover nahm der größere Teil der Wartenden die Situation relativ ruhig und gefasst auf. Quelle: Uwe Dillenberg
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„Was noch auf der Strecke war, haben wir in die nächsten größeren Bahnhöfe geschickt, damit die Leute wenigstens eine Chance hatten, weiterzukommen“, erklärte eine Sprecherin. Trotzdem seien drei Züge auf freier Strecke liegen geblieben.

Es war das erste Mal in der zehnjährigen Geschichte der S-Bahn, dass nichts mehr ging. Regionalzüge dagegen konnten fahren, weil ihre Stromabnehmer robuster sind. Die Einsatzleitung der Bahn entschied sich dafür, die Regionalzüge außerplanmäßig an allen Bahnhöfen halten zu lassen. Ein Ersatzbusverkehr sei nicht möglich gewesen: „So viele Fahrzeuge bekommen wir gar nicht auf die Schnelle“, sagte die Sprecherin. Ein Hauptaugenmerk habe zunächst darauf gelegen, behinderte Fahrgäste mit Fahrdiensten nach Hause zu bringen. Außerdem habe man das Personal in den Bahnhöfen verstärkt.

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Im Hauptbahnhof Hannover nahm der größere Teil der Wartenden die Situation relativ ruhig und gefasst auf. Einige haderten mit der Bahn, andere mit sich selbst: „Wäre ich bloß früher nach Hause gefahren“, lautete ein oft gesprochener Satz. Während sich am Infoschalter in der großen Halle lange Schlangen bildeten, verteilten Bahnmitarbeiter unbürokratisch Taxigutscheine und später auch für endgültig Gestrandete Hotelgutscheine. Die verhinderten S-Bahn-Reisenden verhielten sich pragmatisch: Sie formierten sich spontan zu Taxifahrgemeinschaften. So erging es zum Beispiel Ulrike Rodemeier: „Ich bin heute morgen aus Lübeck gekommen und wollte eigentlich mit der S-Bahn nach Steinheim in Westfalen“, erzählte sie. Mit vier anderen, die ebenfalls in diese Richtung mussten, machte sie sich per Taxi auf den Weg. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe schafften es die Regionalzüge, die Stadtbahnen und Taxiunternehmer noch, Reisende wegzubringen.

Vor Betriebsschluss in der Nacht entspannte sich die Situation nicht, die roten S-Bahn-Züge mussten in den Stationen bleiben. Ob heute ein regulärer S-Bahn-Verkehr möglich ist, mochte die Bahnsprecherin nicht vorhersagen. „Angesichts des Wetters wäre das Kaffeesatzleserei“, sagte sie. Ihre Empfehlung: Radio hören, im Internet auf der Seite www.bahn.de den Button „Ist mein Zug pünktlich“ ansteuern oder das Servicetelefon unter 08000-996633 anrufen.

Kaum Komplikationen gab es dagegen bei der Üstra. Durch sogenannte Bügelfahrten, also außerplanmäßig in der Nacht eingesetzte Stadtbahnen, konnte das Unternehmen, anders als bei der S-Bahn, das Einfrieren der Oberleitungen verhindern. „Im Busverkehr kann es allerdings auch mal zu längeren Verspätungen kommen, da wir unter den Straßenverhältnissen ebenso zu leiden haben wie alle anderen Autofahrer“, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Bernd Haase und Rüdiger Meise

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