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Aus der Stadt SPD-Politiker tritt von Ämtern zurück
Hannover Aus der Stadt SPD-Politiker tritt von Ämtern zurück
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21:18 23.09.2009
Von Conrad von Meding
SPD-Politiker Detlef Gerberding Quelle: Martin Steiner (Archivbild)
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Auch sein politisches Mandat im Bezirksrat sowie alle Ämter in der SPD lasse er bis dahin ruhen. Unterdessen wurden weitere Vorwürfe wegen seines Finanzgebarens öffentlich. Aus CDU und FDP gab es harsche Kritik an der SPD-Führung, die toleriert habe, dass Gerberding politische und soziale Ämter bekleidet hat, obwohl seine finanzielle Unzuverlässigkeit bekannt war.

Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel bestätigte gestern, dass nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe „Ermittlungen in Richtung Untreue“ aufgenommen worden sind. Mit Ergebnissen sei aber nicht kurzfristig zu rechnen. Der SPD-Bezirkspolitiker Gerberding bekleidet seit April das Amt des Vorstands in der Johann-Jobst Wagnerschen Stiftung, die Wohnraum für Bedürftige zur Verfügung stellt. Seitdem hat sich die Zahl der Barabhebungen in der Stiftung vervielfacht. Die Stiftungsaufsicht ermittelt seit gut einem Monat wegen unklarer Barabhebungen in Höhe von mehr als 20.000 Euro. Zwar dürfte keine persönliche Bereicherung in dieser Höhe vorliegen, sondern zum wesentlichen Teil schludrige Buchführung und verschwenderische Geldvergabe. Gerberding selbst hat aber eingeräumt, dass er auch Geld für private Zwecke entnommen hat. Dies wolle er zurückzahlen. Daran allerdings zweifeln etliche Hannoveraner, bei denen er in der Kreide steht, wie sich am Mittwoch herausstellte. Unter anderem soll er jahrelang als „Mietnomade“ Wohnungen nicht bezahlt sowie Schulden – teils als rechtskräftige Titel – bei Geschäftspartnern haben.

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SPD-Vorsitzender Walter Meinhold betonte gestern, dass für Gerberding als Person „bis zum Nachweis der Vorwürfe das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung“ gelte. Für die Partei aber sei Schaden entstanden. „Da gibt es eine klare Kante“, sagte Meinhold: „Als SPD-Politiker hat man jeden Anschein zu vermeiden, dass etwas nicht korrekt zugeht.“ Er hatte Gerberding wenige Stunden nach Veröffentlichung des HAZ-Artikels einbestellt und deutlich gemacht, dass man von ihm erwarte, das Rücktrittsdokument zu unterschreiben. CDU-Parteichef Dirk Toepffer geißelte das Vorgehen als inkonsequent: Wer einer Partei derart schade, müsse ausgeschlossen werden. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke sagte: „Gerberding hat dem Ansehen von Kommunalpolitik und dem Bezirksrat großen Schaden zugefügt.“

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