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Aus der Stadt Droht Kunstfestspielen der Rotstift?
Hannover Aus der Stadt Droht Kunstfestspielen der Rotstift?
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00:15 15.10.2014
Von Andreas Schinkel
Mit Provokationen wie dieser nackten Kunstperformance machten die Kunstfestspiele Herrenhausen in diesem Sommer auf sich aufmerksam - jetzt wird erneut über Kürzungen für das Aushängeschild in Sachen Hochkultur diskutiert.
Mit Provokationen wie dieser nackten Kunstperformance machten die Kunstfestspiele Herrenhausen in diesem Sommer auf sich aufmerksam - jetzt wird erneut über Kürzungen für das Aushängeschild in Sachen Hochkultur diskutiert. Quelle: Surrey
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Hannover

Schostok hält es für „fahrlässig“, beim Herrenhausen-Festival den Rotstift anzusetzen „und damit am falschen Ende zu sparen“. „Wir meinen: Die Kunstfestspiele sind keine heilige Kuh“, sagt ein Mitglied der Ratsfraktion, das lieber ungenannt bleiben will. Zwar plädiere niemand in der Fraktion dafür, das Festival komplett aufzugeben, „aber auch mit einem Zuschuss von 500 000 Euro kann man ein vernünftiges Programm aufstellen“.

Damit würden für das kommende Jahr 300 000 Euro dem Rotstift zum Opfer fallen. Denn aus der Stadtkasse sollen insgesamt 800 000 Euro in die Finanzierung der Kunstfestspiele fließen. Den Rest des Gesamtbudgets von 1,2 Millionen Euro hofft man, über Sponsoren und Eintrittspreise zusammenzubekommen. Für die Kunstfestspiele 2015 bleibt die scheidende Intendantin Elisabeth Schweeger noch voll in der Verantwortung. Unklar ist bisher, wer ihre Nachfolge antritt. Bis Ende des laufenden Jahres, so hat OB Schostok in Aussicht gestellt, soll eine neue Intendanz gefunden sein.

Impressionen der Kunstfestspiele Herrenhausen 2014 in Hannover.

Andere in der SPD schlagen sich auf die Seite des Oberbürgermeisters und wollen nicht am Etat der Festspiele rütteln. „Wenn man an dem Festival spart, hat sich die Veranstaltung erledigt“, sagt eine Genossin. Denn das Budget sei ohnehin äußerst knapp für derart hochkarätige Darbietungen. Für die neue Intendanz müsse der Etat genauso hoch bleiben wie für Schweeger. „Die Kunstfestspiele beginnen gerade erst, sich als Marke zu etablieren“, sagt sie.

Bereits im Sommer hatte Kämmerer Marc Hansmann (SPD) eine Debatte über die Kunstfestspiele losgetreten. Den Kostendeckungsgrad habe er „auf dem Kieker“, sagte Hansmann gegenüber der HAZ. Denn jede Eintrittskarte sei hoch subventioniert. Hansmann sorgte sich um den Abwärtstrend bei den Gewerbesteuereinnahmen. Tatsächlich droht am Ende dieses Jahres ein Minus von rund 100 Millionen Euro. Daher haben Hansmann und Schostok der Stadt ein hartes Sparprogramm mit einem Volumen von 88 Millionen Euro verordnet.

Die Ratsfraktionen diskutieren derzeit über die Sparvorschläge der Stadt und den Haushaltsentwurf für 2015. Es ist zu erwarten, dass sie eigene Vorschläge zur Konsolidierung machen und manche Forderungen der Verwaltung kippen, etwa Kürzungen bei der Jugendhilfe. Ende dieser Woche wollen SPD, Grüne und CDU ihre Wünsche präsentieren.

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