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Aus der Stadt SPD streitet weiter um Wernstedt-Brief
Hannover Aus der Stadt SPD streitet weiter um Wernstedt-Brief
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10:26 08.11.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: Der frühere Kultusminister Rolf Wernstedt (re.) springt seiner Tochter Thela bei (li.) und attackiert die Genossen im Rat.
Der frühere Kultusminister Rolf Wernstedt (re.) springt seiner Tochter Thela bei (li.) und attackiert die Genossen im Rat. Quelle: Kleinschmidt (Archiv)
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Wernstedt hatte beklagt, dass in ihrem Bezirk besonders viele Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht werden, obwohl Stöcken zu den Sanierungsgebieten zählt. „Eine Aussprache über das Thema hat es bisher nicht gegeben“, sagt ein Genosse aus dem SPD-Ortsverein Herrenhausen-Stöcken. Das mag damit zusammenhängen, dass sich Wernstedts prominenter Vater, der ehemalige niedersächsische Kultusminister Rolf Wernstedt, eingeschaltet hat und kräftig gegen einen Genossen austeilt.

In einer E-Mail, die der HAZ vorliegt, attackiert Rolf Wernstedt den schärfsten Kritiker seiner Tochter, SPD-Ratsherr Lars Kelich. Mit „aufgeblasener Verve“ gehe Kelich vor, meint Wernstedt. Die Ausführungen des jungen Ratsherrn empfinde er als „schlichte Beleidigung“. „Ich war 1971 schon als Juso gegen die Aktion Widerstand (eine rechtsextreme Organisation, Anm. d. Red.) aktiv, als wir noch 13 Jahre auf deine Geburt warten mussten“, hält der 74-jährige Wernstedt dem jungen Parteifreund vor.

Kelich hatte Thela Wernstedt vorgeworfen, „Wasser auf die Mühlen von Rechtsradikalen zu schütten“. Auch könne Thela Wernstedt nicht Obdachlose und Flüchtlinge in einen Topf werfen und dann behaupten, der Stadtbezirk sei mit „Bedürftigen“ überfrachtet. „Das ist eine Position, die ich eher vonseiten der rechtspopulistischen ,Hannoveraner’ im Rat gewohnt bin“, schrieb Kelich in einer Rundmail an seine Genossen. Vater Wernstedt versucht, den Spieß umzudrehen. „Der Versuch, unbequeme Themen zu tabuisieren, spielt den Rechten in Deutschland immer mehr in die Hände als die präzise Problembeschreibung“, sagt er. Zugleich vermisst Rolf Wernstedt einen Plan der Stadtverwaltung für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge, „damit wir über eine gerechte Verteilung diskutieren und entscheiden können“.

Die HAZ hatte kürzlich auf Datengrundlage der Stadt eine Liste veröffentlicht, die die Zahl der Unterkunftsplätze für Flüchtlinge in den Stadtteilen zeigte. Ergebnis: Die Verteilung ist ausgewogen.

Inzwischen bekommt Thela Wernstedt Zustimmung von der Jugendorganisation der rechtskonservativen AfD, wie der Facebook-Seite der Jungen Alternative Lüneburg zu entnehmen ist.     

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