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Aus der Stadt SPD sucht neuen Endpunkt für D-Linie
Hannover Aus der Stadt SPD sucht neuen Endpunkt für D-Linie
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06:15 21.11.2012
Von Bernd Haase
Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Die SPD-Regionsfraktion stellt sich beim Streit um die Streckenführung der oberirdischen Stadtbahnlinie 10 (D-Linie) hinter die Regionsverwaltung, lässt sich aber eine Hintertür offen. „Wenn die Strecke nicht bis zum Platz der Kaufleute geführt werden kann, dann ist für uns eine Endhaltestelle in der Lister Meile gegenüber dem Zentralen Omnibusbahnhof eine Alternative“, sagt die Fraktionsvorsitzende Silke Gardlo.

Die sogenannte Scheelhaase-Lösung, für die sich mit Karl-Heinz Mönkeberg immerhin der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion ausgesprochen hatte, lehnen die Sozialdemokraten ab. Für sein Vorpreschen musste sich Mönkeberg während der Fraktionsklausur der SPD heftige Kritik anhören, es wurde als Einzelmeinung bezeichnet. Er darf aber sein Amt behalten.

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Eine Endhaltestelle für die Linie 10 in der Lister Meile würde bedeuten, dass die Hochstraße am Raschplatz nicht abgerissen werden müsste. Kehrgleise, die die Bahnen zum Wenden bräuchten, könnten unter der Brücke angeordnet werden. Ihr vorgesehener Abriss, der 15 Millionen Euro kosten würde, ist eines der Hauptargumente der Kritiker an den Regionsplänen. „Auch von dem Standort an der Lister Meile aus gibt es gute Verbindungen für Fußgänger zur Station Hauptbahnhof“, sagt Gardlo.

Allerdings hatte die Regionsverwaltung den Standort schon vor einiger Zeit geprüft, ihn aber verworfen. Er könnte den Busverkehr am ZOB behindern; außerdem sei die Situation für Fußgänger problematisch, die die Lister Meile in diese Richtung überqueren wollten, lautete die Begründung.

Die nach dem ehemaligen Leiter des U-Bahn-Bauamtes benannte Scheelhaase-Lösung sieht vor, nur jede zweite Stadtbahn oberirdisch durch die Innenstadt fahren zu lassen. Der Rest würde auf vorhandenen Tunnelstrecken zum Hauptbahnhof gelangen. Die Üstra hat auf Nachfrage betont, dass die Kapazitäten im Tunnel dafür ausreichen.

Mönkeberg ist längst nicht der Einzige im politischen Raum, der dieser Variante etwas abgewinnen kann. Die Opposition in Rat und Regionsversammlung bevorzugt sie ohnehin. Am Donnerstag hatten Baupolitiker der Fraktionen von SPD und Grünen im hannoverschen Rat gegenüber der HAZ erklärt, die Regionspläne seien wegen der Gesamtverkehrssituation in der Innenstadt nicht durchsetzbar. Die Sozialdemokraten wollen nun auf Scheelhaases Variante setzen, die Grünen dürften sich anschließen. Deren Parteikollegin Meike Schümer, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Regionsfraktion, lehnt sie zwar ab, sagt aber auch: „Wir können und werden nichts gegen den Willen der Landeshauptstadt durchsetzen.“

Andreas Schinkel 21.11.2012
Andreas Schinkel 18.11.2012