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Aus der Stadt Saleh S. muss zweimal vors Gericht
Hannover Aus der Stadt Saleh S. muss zweimal vors Gericht
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06:00 21.12.2016
Quelle: dpa/Dillenberg (Montage)
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Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover will Saleh S. Anfang des Jahres vor Gericht stellen. Nach derzeitigem Stand muss sich der Bruder der wegen Terrorismus angeklagten Safia S. sogar zweimal vor dem Landgericht rechtfertigen - wegen der Angriffe auf einen Polizisten und eine Mitpatientin in der Psychiatrie und wegen des Wurfs von Molotowcocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie.

„Wir haben eine Vielzahl von Beweismitteln gesammelt“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gestern. Eine DNA-Analyse habe etwa ergeben, dass mikroskopische Spuren an den am Tatort gefundenen Flaschen Saleh zuzuordnen seien. Einen großen Teil haben wohl auch die Untersuchungen von beschlagnahmten Gegenständen aus Salehs Besitz ergeben, Genaueres dazu will Klinge aus taktischen Gründen aber noch nicht sagen.

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Ein bislang unbekannter Täter hat zwei Molotow-Cocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie in der City geworfen. Eine der der Flaschen schlug vor dem Haupteingang des Einkaufszentrums auf.

Die Staatsanwaltschaft wartet derzeit noch auf ein psychiatrisches Gutachten, auf dessen Basis sie entscheiden will, ob Saleh angeklagt oder ein Antrag auf Sicherungsverwahrung gestellt wird. Wann der 18-Jährige in dieser Sache vor Gericht erscheinen muss, ist noch unklar, doch es dürfte in der ersten Jahreshälfte so weit sein.

Zuvor wird er sich jedoch wegen der Angriffe auf den Polizisten und die Mitpatientin rechtfertigen müssen. Landgerichtssprecher Steffen Wolters bestätigte, dass ein Antrag auf Einleitung eines Sicherungsverfahrens vorliegt. Sollte der Antrag angenommen werden, dürfte das auch Auswirkungen auf den Folgeprozess wegen der Brandsatzwürfe haben.

isc

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