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Aus der Stadt Santander-Bank: Räuber zahlt Teil der Beute zurück
Hannover Aus der Stadt Santander-Bank: Räuber zahlt Teil der Beute zurück
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00:17 05.06.2017
Von Tobias Morchner
Der ehemalige Filialleiter Nicolas F. (mit Mütze) und der zweite Angeklagte Ehsan J. (verborgen hinter einer Mappe) mit ihren Anwälten. Quelle: Kutter
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Hannover

Der Prozess gegen zwei geständige Bankräuber, die bei einem Überfall auf die Filiale der Santander-Bank an der Vahrenwalder Straße die Rekordsumme von 367.500 Euro erbeutet haben, hat eine überraschende Wendung genommen. Der angeklagte Ehsan J. hat jetzt vor dem Landgericht Hannover erklären lassen, er habe den Rest seines Teils der Beute in Höhe von 89.500 Euro an die Versicherung des Geldinstituts zurück gezahlt.„Es kommt nicht oft vor, dass ein Täter Beute aus seinem Versteck herausgibt, es zeigt aber, wie ernst es meinem Mandanten mit seinem Geständnis ist“, sagt Rechtsanwalt Christoph Rautenstengel, der Ehsan J. vertritt.

Bei einem Banküberfall auf die Santander-Filiale in Vahrenwald sind zwei Räuber mit ihrer Beute geflüchtet.

Auf die Idee zu der Tat war Ehsan J. gemeinsam mit seinem guten Freund Nicolas F. gekommen. F. war Filialleiter des Kreditinstituts und hatte sich ein kleines Vermögen erwirtschaftet - angeblich auch durch das An- und Verkaufen von Autos. Zwei Wohnungen hatte er gekauft, dazu teure Uhren und eben Autos. Seinen Kumpel Ehsan drückten dagegen hohe Schulden, insbesondere bei Drogenhändlern. So entwickelten die beiden schließlich den Plan für den Überfall: Filialleiter F. sorgte dafür, dass die ungewöhnlich hohe Summe Bargeld in der Bank gelagert wurde. Sein Komplize spielte den Bankräuber. Die Beute teilten die jungen Männer zu ungleichen Teilen: Ehsan J. erhielt insgesamt 317 500 Euro. Der Filialleiter lediglich Bargeld und teure Rolexuhren im Gesamtwert von rund 50.000 Euro.

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Nicolas F. hat über seine Rechtsanwälte Matthias Waldraff und Pascal Ackermann erklären lassen, er werde seine Wohnungen, Autos und Uhren verkaufen, um den Schaden wieder gut zu machen. Durch die Rückzahlung des Restes seines Anteils bemüht sich Ehsan J. ebenfalls um Schadensbegrenzung. Doch den weitaus größten Teil hat J. bereits ausgegeben - für seine Drogenschulden, für ein Motorrad, das sichergestellt wurde. „Und er hat auch einiges Geld schlicht verfeiert“, sagt Rautenstengel.