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Aus der Stadt Flugreisende bekommen Schadensersatz
Hannover Aus der Stadt Flugreisende bekommen Schadensersatz
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00:26 01.03.2015
Von Michael Zgoll
Wer mit Rail&Fly zu spät zum Flug kommt, hat Anspruch auf Schadenersatz, Quelle: Symbolbild
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Hannover

Viele Flugpauschalreisen sind mit einem willkommenen Extra verknüpft: Per kostenlosem Rail-and-Fly-Ticket können Reisende mit der Bahn von ihrem Wohnort zum Abflughafen gelangen. Doch wer haftet, wenn der Zug erhebliche Verspätung hat oder gar ausfällt – und der Urlauber seine Maschine verpasst? Meistens, so die Rechtsprechung am Landgericht Hannover, kann der Reisende vom Reiseveranstalter keinen Schadensersatz oder Schmerzensgeld einklagen. So hat er keine Chance, wenn der Veranstalter nur als Vermittler auftritt und klar auf die Eigenverantwortlichkeit des Urlaubers für pünktliches Erscheinen hinweist, wenn eindeutig von einer Kooperation mit der Deutschen Bahn die Rede ist und die Fahrkarte von der Bahn stammt. Doch es gibt Ausnahmen.

Ein Paar wollte von Frankfurt in die USA fliegen, nutzte für die Anfahrt einen ICE. Doch dieser stoppte auf freier Strecke, blieb stehen. Die Urlauber mussten in einen Ersatzzug einsteigen, dieser erreichte den Frankfurter Airport aber erst eine Stunde nach dem Start des Transatlantikfliegers. Die zwei Reisenden, die mit einem Tag Verspätung in Amerika landeten, wollten vom Reiseveranstalter 694 Euro erstattet bekommen: für die Umbuchungskosten sowie eine Nacht inklusive Verpflegung in einem Flughafenhotel. Die 1. Zivilkammer am Landgericht entschied in einem Berufungsverfahren, dass die Forderung gerechtfertigt ist. Die Reiseunterlagen mitsamt dem Hinweis „Fahren und Fliegen“ plus Logo des Reiseveranstalters bewiesen, dass dieser nicht nur als Vermittler aufgetreten sei. Auch auf dem Ticket für den Zugtransfer war der Veranstalter als Vertragspartner kenntlich – also gab‘s Entschädigung.

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