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Aus der Stadt Intendant verteidigt Haarmann-Musical
Hannover Aus der Stadt Intendant verteidigt Haarmann-Musical
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00:24 07.05.2015
Von Simon Benne
Serienmörder Fritz Haarmann. Quelle: dpa
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Hannover

Nachdem Kritik an einem geplanten Musical über den Serienmörder Fritz Haarmann laut geworden ist, bemüht sich Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg, die Wogen zu glätten: „Wir wollen Haarmann damit keinesfalls ein Denkmal setzen“, versichert er. Zugleich verteidigt Walburg die geplante Inszenierung: Es sei nicht unmöglich, sich mit der Gestalt des Serienmörders, der um 1924 in Hannover etwa 24 junge Männer ermordet hatte, auseinanderzusetzen.

Genau genommen werde Haarmann gar nicht im Zentrum des Stückes „Amerikanisches Detektivinstitut Lasso“ stehen, das am 6. Februar 2016 im Schauspielhaus Premiere haben soll, sagt Walburg: „Im Kern geht es um die gesellschaftliche Situation in der Weimarer Republik und um das Vertuschen von Verbrechen.“ Als der Dramatiker Nis-Momme Stockmann ihm den Stoff vorgeschlagen habe, sei auch er selbst anfangs skeptisch gewesen, sagt Lars-Ole Walburg: „Es ist offenkundig, dass Haarmann in Hannover bis heute ein sehr sensibles Thema ist.“

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Nach Bekanntwerden der Musical-Pläne hatte es postwendend Kritik an dem Vorhaben gegeben. So hatte sich Christoph Veltrup, selbst Neffe eines Haarmann-Opfers, vehement dagegen ausgesprochen, den Kriminalfall zur Vorlage eines Musiktheaterstückes zu machen. Er drohte dem Schauspiel Hannover gar mit juristischen Schritten, wenn die „perversen Pläne“ realisiert werden sollten.

„Natürlich respektieren wir die Gefühle von Angehörigen der Opfer“, sagt Lars-Ole Walburg jetzt. Er sei bereit, auf diese zuzugehen und das Gespräch zu suchen: „Es ist besser, miteinander zu reden, ehe die Situation eskaliert.“

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