Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Scherz um Polizeiauto eskaliert in Linden
Hannover Aus der Stadt Scherz um Polizeiauto eskaliert in Linden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:33 03.12.2014
Von Jörn Kießler
Foto: Ein Scherz um ein dreckiges Polizeiauto führte in Linden zu einem handfesten Streit.
Ein Scherz um ein dreckiges Polizeiauto führte in Linden zu einem handfesten Streit. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Hannover

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft soll der 51 Jahre alte Mann Ende April dieses Jahres versucht haben, einem Beamten der Polizeiinspektion West die Pistole aus dem Halfter zu ziehen, als dieser ihn wegen Widerstand gegen Vollzugsbeamte in Linden festnehmen wollte.

„Das ist vollkommener Unsinn“, sagt der Angeklagte, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Der Polizist wollte, dass ich aufstehe, nachdem er mich zu Boden gebracht hatte und zog mich an einem Arm.“ Unglücklicherweise wählte der Beamte den Arm, an dem der 51-Jährige eine Verletzung hatte. „Das hat so geschmerzt, dass ich mich mit meinem anderen Arm an etwas hochziehen wollte, um die lädierte Seite zu entlasten“, sagt er. Dabei habe er aus Versehen den Gürtel des Polizisten gegriffen, an dem auch dessen Dienstwaffe befestigt war.

Zuvor war die Situation eskaliert, nachdem der 51-Jährige einen Witz über das dreckige Auto der Polizisten gemacht hatte. „Die Beamten gingen an diesem Tag in der Falkenstraße einem Hinweis zu einem Fahrraddiebstahl nach und warteten dafür in ihrem geparkten Wagen“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. „Währenddessen soll der Beklagte auf die schmutzige Scheibe des Wagens das Wort Sau geschrieben haben.“ Als ihn die Beamten daraufhin fragten, was das solle, wurde der Mann nach Aussage der Polizisten ausfällig und beschimpfte sie.

„Das stimmt so nicht“, sagt der 51-Jährige. „Ich wollte nur meinen Ausweis nicht zeigen, weil ich nicht der Meinung war, etwas Unrechtes getan zu haben.“ Stattdessen steuerten er und sein Sohn dessen damalige WG in einem Mehrfamilienhaus an. „Im Hausflur hat mich dann ein Polizist von hinten gepackt und mit einem Griff an die Gurgel an die Wand gedrückt“, sagt er. Reflexartig habe er versucht sich zu befreien.

„Nach Aussage der Beamten soll er einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben“, sagt Klinge. Diese überwältigten daraufhin den 51-Jährigen und fügten ihm nach dessen Aussage eine Platzwunde, ein blaues Auge und Prellungen am Bauch zu. Der Fall soll im Januar oder Februar am Amtsgericht Springe verhandelt werden.

04.12.2014
Bernd Haase 03.12.2014
03.12.2014