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Aus der Stadt Vierte Spur wird erst im Herbst freigegeben
Hannover Aus der Stadt Vierte Spur wird erst im Herbst freigegeben
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00:18 21.01.2015
Von Tobias Morchner
Der vierte Fahrstreifen (rechts) bleibt ungenutzt.
Foto: Der vierte Fahrstreifen (rechts) bleibt ungenutzt. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Pendler auf der Autobahn 2 zwischen Hannover und Lehrte sehen sich derzeit mit einer paradoxen Situation konfrontiert. Ihnen stehen pro Richtung vier neu asphaltierte und ausgebaute Fahrstreifen zur Verfügung. Doch nutzen dürfen sie nur drei. Die zusätzliche vierte Spur ist mit einer durchgezogenen gelben Linie abgetrennt und darf nicht befahren werden. Der Grund: Es fehlen noch einige Schilder über und seitlich der Autobahn, die jedoch frühestens im Herbst vollständig montiert sein sollen. Bis dahin gibt es keine Entlastung für die unfallträchtige Strecke.

Im Zuge der Planungen zum Umbau des Autobahnkreuz Hannover-Ost hatte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr entschieden, die Autobahn auf diesem Teilstück bei Bedarf vierspurig zu machen und den Standstreifen auszubauen. Auf diese Weise sollte die Zahl der Unfälle auf diesem Teilabschnitt eingedämmt werden. Nach der Fertigstellung des Autobahnkreuzes begannen im April 2014 die Arbeiten. Nicht nur der Seitenstreifen, auch die Hauptfahrspur erhielt einen neuen Belag, zusätzliche Nothaltebuchten wurden ebenfalls gebaut. Die Arbeiten wurden zwar im September wie geplant zum Abschluss gebracht. Bis die neuen Fahrbahnen offiziell den Autofahrern zur Verfügung gestellt werden könne, wird wohl insgesamt ein Jahr ins Land gegangen sein.

Die Verzögerung ist nach Angaben der Straßenbaubehörde dem Umstand geschuldet, dass wegen der vierten Spur die Beschilderung entlang der Strecke nachgerüstet werden muss. „Die Ausschreibungen für die Projekte laufen gerade“, sagt Martin Issleb von der Straßenbaubehörde. So sollen die insgesamt vier Verkehrszeichenbrücken auf dem Teilabschnitt erweitert werden. „Die Brücken müssen um zusätzliche Tafeln für die neue Spur ergänzt werden“, sagt Issleb. Da die alten Konstruktionen die zusätzlichen Lasten nicht tragen können, müssten die Brücken verstärkt werden.

Darüberhinaus hatte die Behörde bei der Festlegung des sogenannten Betriebskonzeptes für die Strecke festgestellt, dass eine zusätzliche Beschilderung seitlich der Autobahn nötig sei, um die Zusatz-Spur überhaupt frei geben zu können. „In Fahrtrichtung Berlin werden im Verlauf der Baumaßnahme sieben, in der Gegenrichtung fünf neue LED-Schilder aufgestellt“, sagt Martin Issleb von der Landesbehörde. Die Kosten für die Erneuerung der Schilderbrücken und das Aufstellen der LED-Schilder belaufen sich auf rund eine Millionen Euro. Warum die zusätzlichen Schilder nicht während des Ausbaus der Standstreifen errichtet wurden und wieso bis zum Herbst nicht eine Übergangslösung gefunden werden kann, ist unklar.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover gilt die Autobahn 2 als Unfallschwerpunkt. Von den insgesamt zehn Menschen, die im Jahr 2013 bei Unfällen tödlich verletzt wurden, starb die Hälfte bei Zusammenstößen auf der A 2. Außerdem wurden 45 Menschen bei Unfällen auf der viel befahrenen Ost-West-Verbindung schwer, 399 leicht verletzt. Ein Jahr zuvor verzeichnete die Polizei sogar zwölf tödliche Verkehrsunfälle (insgesamt waren es 16) auf der Autobahn 2.

18.01.2015
Veronika Thomas 21.01.2015