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Aus der Stadt Schlesiertreffen beginnt mit Gottesdienst
Hannover Aus der Stadt Schlesiertreffen beginnt mit Gottesdienst
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12:15 28.06.2017
Von Simon Benne
Volkstümlich: Monika Schultze und Klaus Paetz sind in schlesischen Trachten in die Clemenskirche gekommen. Quelle: Benne
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Hannover

Sie selbst kommt aus Düsseldorf, doch in ihrer Löwenberger Tracht sieht sie aus, als sei sie frisch einem Heimatfilm entstiegen: "Wer einmal einen Fuß auf schlesischen Boden gesetzt hat, verliebt sich sofort in dieses Land", schwärmt Monika Schultze. Die Mutter der 52-Jährigen stammt aus Schlesien, und sie selbst pflegt viele Kontakte zu heutigen Bewohnern der Region, die seit 1945 zu Polen gehört. Ehrensache, dass sie an diesem Tag nach Hannover gekommen ist. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika St. Clemens ist hier am Freitagabend das Deutschlandtreffen der Schlesier eröffnet worden.

Mehr als 6000 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden an diesem Wochenende zu der Veranstaltung im HCC erwartet. Am Sonnabend um 11 Uhr spricht unter anderem Innenminister Boris Pistorius in der Niedersachsenhalle, am Sonntag um 11.30 Uhr ist bei der politischen Hauptkundgebung die Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf zu Gast.

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In der Vergangenheit hatten immer wieder politische Querelen und schrille Töne einzelner Vertriebener die Schlesiertreffen begleitet. Diesmal ging es zum Auftakt versönlich zu. "Wir beten auch für alle, die heute durch Flucht und Vertreibung ihrer Wurzeln beraubt werden", sagte der katholische Vertriebenenseelsorger Christoph Lindner in dem Gottesdienst. Und Generalsuperintendent Martin Herche aus Görlitz, Vorsitzender der Gemeinschaft evangelischer Schlesier, erinnerte im Jahr des Reformationsjubiläums daran, dass die Vertriebenen großen Anteil an der Überwindung konfessioneller Gräben gehabt hatten.

Am Rande des Gottesdienstes sprach sich Stephan Rauhut, der Vorsitzende der Landsmannschaft, dafür aus, die Beziehungen zum östlichen Nachbarland auszubauen: "Es ist gut, dass Polen Mitglied der EU ist", sagte der 42-jährige Görlitzer: "So können wir zu Austausch und Versöhnung kommen."

Simon Benne 26.06.2017
23.06.2017