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Aus der Stadt Schlussakt mit vier Göttern
Hannover Aus der Stadt Schlussakt mit vier Göttern
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00:15 13.10.2013
Von Andreas Schinkel
Die Götterfiguren werden über dem Nordgiebel eingeschwenkt und vom Bildhauer Guntram Kretschmar auf der Attika abgesetzt. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Die Bauarbeiten am Schloss Herrenhausen sind endgültig beendet. Zum Schluss wurden gestern mit einem Kran vier Götterstatuen auf ihre Sockel über dem Hauptportal des Schlosses gehievt. Auch der Ehrenhof vor der nördlichen Schlossfassade ist inzwischen eingeebnet. Zwar sind Teile des Schotterplatzes noch für Fahrzeuge gesperrt, doch die gepflasterte Zufahrt zum Schlosseingang ist bereits benutzbar. Künftig können Besucher vom Galeriegebäude über den Hof bis zur Westseite des Schlosses spazieren. „Ich freue mich, dass wir die Wiedererrichtung von Schloss Herrenhausen mit der Aufstellung eines Götterquartetts abschließen können, wie es schon Hofbaumeister Laves für die Attika am Nordgiebel vorgesehen hat“, sagt Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, die den Schlossbau finanziert hat.

Vier Götterskulpturen schmücken seit Donnerstag den Nordgiebel von Schloss Herrenhausen. Damit ist der Wiederaufbau der Welfenresidenz in Hannover abgeschlossen - fast auf den Tag genau 70 Jahre nach ihrer Zerstörung durch Bomben im Zweiten Weltkrieg.

Fast auf den Tag genau vor 70 Jahren fiel die Welfenresidenz in einer Bombennacht den Flammen zum Opfer. Die Trümmer wurden abgeräumt, danach blieb der Platz im Norden des Großen Gartens Jahrzehnte leer. Immer wieder flammte die Diskussion um einen Neubau auf, aber konkret wurden die Pläne erst 2007. Damals entwickelten Volkswagenstiftung, die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen die Idee, das Schloss wieder zu errichten und darin ein wissenschaftliches Tagungszentrum zu betreiben. 2010 begannen die Bauarbeiten für das 20-Millionen-Euro-Projekt.

Die Fassade konstruierte Architekt Sven Kotulla nach den Plänen von Hofbaumeister Georg Ludwig Laves im klassizistischen Stil. Innen jedoch entstanden hochmoderne Tagungsräume. In den Seitenflügeln und in einem unterirdischen Verbindungstrakt richtete die Stadt ein historisches Museum ein. Anfang des Jahres wurde das Tagungszentrum, im Mai das Museum eröffnet, doch die Bauarbeiten auf dem Ehrenhof zogen sich bis Ende September hin.

„Jetzt kann man sich kaum noch vorstellen, dass die Fläche im Norden des Barockgartens einmal leer war“, sagt Architekt Kotulla. So gut füge sich das Schloss ins Gesamtensemble ein. Im Großen und Ganzen habe man nicht allzu viele Schwierigkeiten auf der Baustelle gehabt, meint er. Der lange Winter 2012/2013 habe jedoch zu einigen Verzögerungen geführt.

Besonderes Osterpräsent: Am Sonntag dürfen die Hannoveraner kostenlos ins Schloss Herrenhausen.

Mit den Götterfiguren wird dem Schloss die Krone aufgesetzt. Hoch auf der Attika thronen Apollon, Artemis, Demeter und Hermes. Der brandenburgische Bildhauer Guntram Kretschmar hat die nur 1,60 Meter großen, aber 200 Kilogramm schweren Figuren aus Obernkirchener Sandstein gehauen. „Ich musste zuvor viel recherchieren, denn auf den Skizzen von Laves oder auf Fotos vom alten Schloss sind die Figuren kaum zu erkennen“, erzählt Kretschmar.Einzig der Götterbote Hermes war wegen seines geflügelten Helms eindeutig identifizierbar. „Auf die Göttin der Jagd, Artemis, kam ich, weil die Figur auf alten Fotos einen Pfeil trug“, sagt der Bildhauer. Apollon verriet der Lorbeerkranz im Haar. Die vierte Statue war ein großes Rätsel. „Manche meinten, auf Fotos ein Tuch zu erkennen, aber eine Göttin der Putzfrauen gibt’s ja nicht“, sagt Kretschmar. Er interpretierte das Tuch schließlich als Ährenbündel, und so wacht nun auch Demeter über das Schloss Herrenhausen.

Sie wachen über das Schloss

Demeter

Sie steht für die Fruchtbarkeit der Erde, ist Göttin der Landwirtschaft und der Geburt. Passend dazu hat Bildhauer Kretschmar ihr einen Blumenkranz um den Kopf geflochten. In der rechten Hand hält sie einen Pfirsichzweig, links trägt sie ein bronzenes Ährenbündel. Demeter wacht über den jahreszeitlichen Wechsel von Saat und Ernte. Sie ist die Tochter des Kronos und der Rhea, dem Ursprungspaar der olympischen Götter. Demeter ist eine Art dreifaltige Göttin, sie kann als Jungfrau, Mutter und alte Dame auftreten.

Artemis

Die Zwillingsschwester des Apollon ist die Göttin der Jagd und des Waldes. Bildhauer Kretschmar hat ihr die passenden Utensilien gegeben – Pfeil und Bogen. Auf dem Haupt trägt sie eine Mondsichel. Artemis wird in der griechischen Mythologie als wilde, unbezähmbare, ja grausame Göttin beschrieben, die ihre Jungfräulichkeit hartnäckig verteidigt. Nachts, im Mondlicht, streift sie mit den ebenfalls jungfräulichen Nymphen durch den Wald, meist in Begleitung eines Tieres. Oft wird die Göttin zusammen mit einem Hirsch dargestellt.  

Hermes

Er ist einer der schillerndsten Götter im griechischen Pantheon. Hermes ist nicht nur der Vermittler zwischen Göttern und Menschen, er beschützt auch die Kaufleute und Diebe, die Reisenden und die Redenden. Als Götterbote wird Hermes meist mit Flügelhut dargestellt. Bildhauer Kretschmar hat ihm einen Geldbeutel in die rechte Hand gedrückt, links hält er den Hermesstab, einen geflügelten Stock, um den sich zwei Schlangen wickeln. Der Stab ist das Erkennungszeichen des Götterboten.    

Apollon

Er ist der Gott des Lichts, der Kunst, der Musik und der Poesie. Oft wird er mit einem Lorbeerkranz auf dem Haupt dargestellt. Bildhauer Guntram Kretschmar gibt ihm noch einen Ölzweig in die linke Hand, rechts hält Apollon eine Flöte aus Bronze. Er gilt als Beschützer der Musen, als Heiler und Seher. Doch Apollon hat auch eine kriegerische Seite, antike Skulpturen zeigen ihn mit Pfeil und Bogen. Mit seinen Waffen griff er in den trojanischen Krieg ein, schlug sich auf die Seite der Trojaner und dezimierte die Reihen der Griechen.

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