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Aus der Stadt Schnaps für jeden zweiten Jugendlichen
Hannover Aus der Stadt Schnaps für jeden zweiten Jugendlichen
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10:02 11.10.2012
Von Vivien-Marie Drews
Tests zeigen: Jugendliche kommen leicht an Alkohol heran. Quelle: dpa
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Hannover

Die Bilanz ist zwar nicht mehr so erschreckend wie bei vorhergegangenen Testkäufen, bleibt aber alarmierend.

So erhielten die jugendlichen Testkäufer am Dienstag in 21 von insgesamt 54 Verkaufsstellen die gewünschten alkoholischen Getränke. Die Tester suchten 36 Kioske, zwölf Supermärkte und sechs Tankstellen auf. An zwölf Kiosken, in sieben Supermärkten und zwei Tankstellen zögerte das Personal nicht, ihnen hochprozentige Getränke zu verkaufen. Gegen die Verantwortlichen hat die Stadt Hannover bereits Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Ihnen droht ein Bußgeld von bis zu 3000 Euro.

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Als besonders auffällig wertet die Polizei, dass es den Minderjährigen in mehr als der Hälfte der überprüften Supermärkte gelang, Schnaps zu kaufen. Das Kassenpersonal erklärte auf Nachfrage der Beamten, Zeitdruck habe eine genaue Kontrolle des Alters der jungen Kunden nicht zugelassen. Andere behaupteten, die minderjährigen Kunden hätten auf sie einen erwachsenen Eindruck gemacht.

Ihren Schilderungen zufolge scheuen sich manche Mitarbeiter an der Kasse, nach dem Ausweis zu fragen. Sie hätten die Erfahrung gemacht, dass bereits volljährige Kunden sich mitunter lauthals beschweren, wenn sie den Ausweis vorlegen müssen.

Stadt und Polizei sprachen nach den jüngsten Testkäufen von einem „positiven Trend“. Eine Kontrollaktion im Februar war weitaus schlechter verlaufen. Damals waren 53 Verkaufsstellen überprüft worden, und in 33 Fällen hatten die jungen Testkäufer die alkoholischen Getränke erhalten. Das entsprach einem Wert von 62 Prozent. Am Dienstag lagen die Verstöße lediglich bei 39 Prozent.

Die Polizeidirektion Hannover kündigte an, dass die Testkäufe in Kooperation mit der Stadt fortgesetzt und Verstöße auch in Zukunft konsequent geahndet werden sollen.

11.10.2012
Veronika Thomas 10.10.2012
Andreas Schinkel 10.10.2012