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21:34 04.02.2015
Von Rüdiger Meise
Beim „Visitenkarten-Scrambling“ geht es darum, in vier Minuten so viele Karten wie möglich einzusammeln. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das Wichtigste auf einer Netzwerkparty sind Visitenkarten. Wer denkt, mit einer Handvoll Kärtchen sei man gut vorbereitet, der irrt. Armdick sollte der Stapel schon sein. Sonst ist bereits beim ersten Kennenlernspiel beim Netzwerkabend im Brauhaus Ernst August Feierabend. „Jeder von euch versucht jetzt, innerhalb von vier Minuten so viele Visitenkarten wie möglich einzusammeln - die Zeit läuft!“, ruft Mathias Heuberger ins Mikrofon.

Heuberger ist Vorsitzender des hannoverschen Chapters des Business Network International (BNI). Rund 150 Netzwerkprofis trafen sich Dienstagabend im Brauhaus zur hiesigen Veranstaltung der Internationalen Netzwerk-Woche, die morgen zu Ende geht. „Bei uns finden Menschen zusammen, die im Alltag sonst nichts miteinander zu tun haben“, fasst Heuberger den Zweck einer Netzwerk-Party zusammen. Und natürlich geht es dabei ums Geschäft.

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Noch eine Minute „Visitenkarten-Scrambling“. Die HAZ hat längst ihren schmalen Bestand an Karten verteilt. Nach Ablauf der Zeit hat sie immerhin zehn Karten eingesammelt. Damit liegt sie im unteren Drittel der Anwesenden, wie die Auszählung ergibt. Sieger des Spiels ist Joachim Hieke - er hat in vier Minuten mehr als 40 Karten eingesammelt. Für diese Leistung wird er mit einem Buch belohnt. „Das eigentliche Spiel beginnt erst später“, raunt eine Druckerei-Unternehmerin der HAZ zu. „Zu wie vielen Karten kann man morgen noch Gesichter zuordnen?“

Alle Bilder zur Netzwerkparty im Brauhaus Hannover

Hieke traut sich zu, auch in dieser Disziplin gut zu sein. Er nennt sich selbst „Netzwerkprofi“. Er richtet Bürogolf-Events für Firmen aus. Dabei geht es darum, einen Ball mit wenigen Schlägen in ein viel zu kleines Loch zu spielen, erklärt er. Bis zu 80 Prozent seiner Kundschaft findet Hieke bei Netzwerktreffen. „Für die Akquise spielt meine Internetseite kaum eine Rolle, und Werbung mache ich gar nicht erst“, sagt er. Sein Vorteil: „Bei Netzwerktreffen kann ich als Person überzeugen. Das ist meine Stärke.“ Die Party im Brauhaus ist an diesem Tag bereits sein zweites Treffen.

Die HAZ macht es sich am Stehtisch der Druckerei bequem und schaut zu, wie sich ein Feuerschlucker auf der Bühne zur Musik von Carl Orff erstaunlicherweise nicht verbrennt. Ein Münzsammler kommt vorbei und legt wortlos seine Karte auf den Tisch. „Medikamentenausgabe“, ruft ein Tischlermeister von hinten, drückt allen seine Karte in die Hand und geht zum Nachbartisch: „Medikamentenausgabe!“ Ein Fotograf erklärt seine Geschäftsidee und bekommt partout nicht mit, dass er mit der Zeitung redet. Eine Physiotherapeutin tippt auf die Schulter und reicht ihre Karte rüber. Sitzt die HAZ krumm?

Besonders gut vorbereitet ist ein Sanitärausstatter aus Hildesheim. Auf jedem Tisch liegt bereits eine Preisliste seiner Produkte. Angeheftet - natürlich - seine Visitenkarte. Die HAZ muss leider passen. Leider hat sie nur noch eine letzte Karte übrig, und die will sie nicht rausrücken. „Macht nichts, ich habe eine Visitenkarten-App“, sagt der Sanitärprofi. Schnell scannt sein Telefon die Karte ein, und alle Daten werden automatisch in den Adressspeicher übertragen.

Als der Abend zu Ende geht, sagt Mathias Heuberger ins Mikrofon: „Denkt immer daran: Kontakte schaden nur dem, der keine hat.“ Am nächsten Morgen findet die HAZ 21 Karten in ihrer Tasche. Wenn das kein Erfolg ist.

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