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Aus der Stadt Schröder-Köpf holt ein Unentschieden
Hannover Aus der Stadt Schröder-Köpf holt ein Unentschieden
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22:41 24.01.2012
Von Thorsten Fuchs
Lächeln um die Stimmen: Doris Schröder-Köpf (links) und Sigrid Leuschner. Quelle: Steiner
Döhren

Die Mitglieder des Ortsvereins Kleefeld gaben sowohl der bisherigen Kandidatin Sigrid Leuschner als auch ihrer prominenten Herausfordererin Doris Schröder-Köpf 22 Stimmen. Die Entscheidung, wer bei der Landtagswahl im kommenden Jahr für die SPD im Wahlkreis 24 antritt, wurde damit vertagt.

Doris Schröder-Köpf zeigte keinerlei Enttäuschung darüber, erneut nicht gewonnen zu haben: „Als Seiteneinsteigerin bin ich zufrieden damit“, erklärte sie nach der Bekanntgabe. „Eine klare Sache hätte ich besser gefunden“, sagte dagegen Sigrid Leuschner. Offen ist nun, wer bei der endgültigen Abstimmung über die Kandidatin am 21. März die Stimmen der acht Wahlmänner und -frauen aus Döhren erhält: Die acht Delegierten werden ohne eindeutigen Auftrag zu der Abstimmung fahren.

Die erste der insgesamt fünf Runden hatte am Abend zuvor in Döhren Leuschner für sich entschieden. Das Unentschieden in Kleefeld spiegelte recht exakt die gespaltene Stimmung unter den Mitgliedern wider. Anhänger von Sigrid Leuschner hielten ihr insbesondere ihr Engagement gegen Rechtsextremismus zugute: „Das ist in Kleefeld ein wichtiges Thema“, sagte Mitglied Karsten Plotzki und erinnerte an eine Demonstration von Neonazis im Stadtteil im vergangenen Jahr. Auch die Gewerkschafter unter den SPD-Mitgliedern hatte Leuschner auf ihrer Seite: „Sie ist da, wenn wir demonstrieren, und informiert uns“, sagte Hans Behrendt. „Ich bin mit ihrer Arbeit sehr zufrieden.“

Von Doris Schröder-Köpf versprachen sich andere Mitglieder hingegen eine Verjüngung der Partei: „Nach so langer Zeit sollte man mal etwas Neues ausprobieren“, erklärte Eckart Galas, seit 24 Jahren SPD-Mitglied. Zudem habe der Name Schröder wegen des Altkanzlers in den überwiegend bürgerlichen Vierteln des Wahlkreises einen positiven Klang: „Damit können wir hier was bewegen, das wird uns Aufmerksamkeit bringen.“ Andere setzen auf Sympathiewerte der 48-Jährigen: „Auf der Sachebene gibt es zwischen den Kandidatinnen wenig Unterschiede. Da spielen dann die Gefühle eine Rolle“, meinte Walter Bermanseder, seit 46 Jahren bei der SPD. Auch der Vorsitzende des Ortsvereins, Marc-Dietrich Ohse, hatte für Schröder-Köpf votiert.

Schröder-Köpf wirkte deutlich entspannter als am Montagabend. Mit 38 zu 34 Stimmen hatten sich die Mitglieder der SPD in Döhren für Leuschner entschieden. Die frühere Gewerkschafterin hatte sich damit bereits 14 jener 40 Delegierten gesichert, die am 21. März über die Landtagskandidatin der SPD im Wahlkreis 24 entscheiden.

Der SPD-Bezirksvorsitzende und designierte Oberbürgermeisterkandidat Stefan Schostok verteidigte Schröder-Köpfs Kandidatur: „Daran ist nichts Verwerfliches“, sagte er. Ansonsten wahrte er jedoch strikte Neutralität: „Beide Kandidatinnen schmücken die SPD.“
Viele in der SPD-Führung bevorzugen Schröder-Köpf, weil sie sich ein jüngeres Image und Aufmerksamkeit von ihr versprechen. Offiziell sagen wollen sie dies jedoch nicht – sie fürchten, dass die Mitglieder dies als Beeinflussung auslegen könnten. Trotz ihres sozialen Engagements wird Schröder-Köpf zudem mit der Agenda 2010 ihres Mannes in Verbindung gebracht – ein Nachteil vor allem bei den Linken in der Partei. So hatten die Jusos zur Wahl Leuschners aufgerufen.

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