Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schrotträder sollen verschwinden
Hannover Aus der Stadt Schrotträder sollen verschwinden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:54 20.10.2009
Von Conrad von Meding
Müssen demontiert werden: Hinweisschilder in der Luisenstraße. Quelle: Tobias Kleinschmidt

Die Stadt hat jedoch die Installation von Hinweisschildern an Straßenlaternen untersagt. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb aha rückt die HAZ jetzt dem Wildwuchs zuleibe: Wer sich über Fahrradwracks vor der Haustür ärgert, kann die Standorte melden.

Ob an den großen Ausfallstraßen, auf Stadtteilplätzen oder an Vorgartenzäunen: Überall vergammeln herrenlos abgestellte Räder. Sogar Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder Geschäftsleute dürfen die direkt vor ihren Türen abgestellten Blechhaufen nicht eigenmächtig entfernen. Juristisch haben selbst die unansehnlichsten Schrotträder noch einen Eigentümer, sie zu entfernen wäre faktisch Diebstahl. Deshalb scheint die Flut der Räder kaum einzudämmen.

Schon jetzt entsorgen die Abfallfahnder von aha bereits um die 350 Schrotträder jährlich, auf die sie von genervten Bürgern hingewiesen werden. Bedingung ist stets: Die Räder müssen als herrenlos gelten und dürfen seit sechs Monaten nicht bewegt worden sein. Weil sich beides selten nachweisen lässt, dokumentieren die Fahnder den Zustand mit Fotos und nehmen die Räder dann für sechs Monate in ihre Obhut – für den Fall, dass es eine Rückforderung gibt. „Nur ganz selten fragt tatsächlich jemand nach einem entsorgten Rad“, heißt es bei aha.

Platte Reifen oder ein rostiges Aussehen reichen für die Klassifizierung als Schrottrad nicht aus. Wenn hingegen Felgen fehlen, Beleuchtungen zertreten, Sattel oder Pedale demontiert sind, gilt das als Hinweis auf ein aufgegebenes Radwrack. So etwas kommt in der Regel in die Schrottpresse: Selbst ein Versteigern über das Ordnungsamt lohnt nicht.

Die Kaufleute aus der feinen Luisenstraße, die ihre Bummelmeile gerade für 800.000 Euro herausgeputzt haben, wollten es so weit nicht wieder kommen lassen. An alle Laternenmasten haben sie Schilder montiert. „Fahrradständer benutzen“ steht darauf und: „Abgestellte Fahrräder werden entfernt“. Die Stadt hat jetzt schriftlich angeordnet, die Schilder zu entfernen. „Die Schilder sind rechtswidrig“, sagt Bezirksmanagerin Claudia Göttler: „Natürlich darf man im öffentlichen Raum Räder parken.“

Luisenstraßen-Hotelier Veit Pagel will mit dem zuständigen Fachamt der Stadt noch einmal Gespräche führen. „Man sollte die Kirche im Dorf lassen“, sagt er. Ziel der Schilder sei, für ein ordentliches Ambiente in der Straße zu sorgen. „Es sieht doch nicht aus, wenn kreuz und quer Räder herumstehen und liegen“, sagt Pagel. Immerhin habe man auf Kosten der Anlieger inzwischen mehr als 30 Fahrradbügel in der Straße installiert. „Reicht es nicht, wenn Räder dort angeschlossen werden?“

Die Vorleserin: 500 Besucher wollten am Montag Schauspielerin Iris Berben beim ersten Lesetag auf der Verbrauchermesse Infa hören.

Stefanie Kaune 20.10.2009

Die wegen Totschlags in 13 Fällen in Hannover vor Gericht stehende Ärztin Mechthild B. hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

20.10.2009

Die Stadtwerke Hannover wollen ihre Informationspolitik in Bezug auf Mahnungen und Energiesperren transparenter und kundenfreundlicher gestalten. Das ist das Ergebnis eines runden Tisches, mit dem der Rat die Verwaltung beauftragt hat, ein Konzept zu erarbeiten, um soziale Härten durch Strom- und Gassperren in Privathaushalten zu vermeiden.

Veronika Thomas 20.10.2009