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Aus der Stadt Da rauchen die Köpfe
Hannover Aus der Stadt Da rauchen die Köpfe
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00:28 23.11.2015
Von Uwe Janssen
Eine Nacht der Zahlen: Schüler in der Schillerschule bei der Langen Nacht der Mathematik. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Die englischen Zahlwörter von null bis zweitausend – welches ist alphabetisch das vorvorletzte? Kann man schon mal ein bisschen drüber grübeln. Sollen die Schüler in der Schillerschule auch. Kann auch schon mal ein bisschen länger dauern. Darf es auch. Denn die Lange Nacht der Mathematik, an der 75 Jungen und Mädchen des Kleefelder Gymnasiums teilnehmen, hat ihren Namen wirklich verdient: Sie dauert von 18 Uhr am Freitagabend bis 8 Uhr am Sonnabendmorgen.

Deshalb haben die 23 Teams nicht nur Papier, Stifte und Taschenrechner vor sich liegen, sondern auch Bananen, Chips, Wasser und Softdrinks. „19 Minuten“, das sei der perfekte Kurzschlaf, hat die 18-jährige Feline schon mal vorsorglich rausgefunden. Am frühen Abend hockt sie allerdings noch hellwach mit ihren Mitschülern Lars und Oliver über den Aufgaben der ersten beiden Runden. Die absolvieren die Teilnehmer noch gemeinsam als Schule des bundesweiten nächtlichen Wettrechnens. Bei der dritten treten die Dreier- und Viererbanden dann auch schulintern gegeneinander an. Dann könne es schon sein, sagt Organisator und Mathelehrer Sebastian Berk, „dass die Gruppen, die gemeinsam in einem Klassenraum sitzen, noch einmal umziehen“. Der Abhörgefahr wegen.

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Schüler der Kleefelder Schillerschule rechnen bei der Langen Nacht der Mathematikum die Wette.

Aber vielleicht ist auch die Müdigkeit der viel größere Gegner, schließlich haben die Kombattanten schon einen ganz normalen Schultag hinter sich. Wie Jens, Eila und Gesa, die – noch – mit dem anderen Dreierteam in einem Raum sitzen. Eila und Gesa brüten gerade über einem Stochastik-Problem: In einem Kreis von 25 Kindern werden drei zufällig ausgewählt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei oder drei dabei nebeneinander stehen?
Tja. Da rauchen die Köpfe.

Aber sie rauchen anders als im normalen Unterricht. Weil die Lösungswege manchmal unkonventioneller sein müssen. „Da sind teilweise Aufgaben dabei, die man in der Schule nie machen würde“, sagt Jens, 17, „da geht viel mehr es um logisches Denken.“ Er macht sich gerade über einen Zahlenkasten her. Könne nicht schaden, wenn man Sudoku kann, sagt er. Es gehe auch ums Ausprobieren. Oder wie es Lehrer Berk formuliert: „Man muss auch mal einen Irrweg einschlagen.“

Und vielleicht auch mal 19 Minuten powerschlafen zwischendurch. Schlafsäcke und Isomatten haben die meisten mitgebracht. Auch einen für Habte. Der 17-Jührige aus Eritrea ist seit fünf Monaten in Hannover und mischt munter mit. „Ich verstehe die Fragen auf Deutsch noch nicht alle“, sagt er, „aber die anderen helfen mir. Es macht Spaß.“

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