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Aus der Stadt Schüler programmieren Lego-Roboter
Hannover Aus der Stadt Schüler programmieren Lego-Roboter
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00:17 06.03.2015
Ihr Roboter kann das Gewicht verlagern: Cornelia (13) von der Goetheschule.
Ihr Roboter kann das Gewicht verlagern: Cornelia (13) von der Goetheschule. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Der Lichthof der Leibniz Universität ist für gewöhnlich kein Ort, an dem mit Lego gespielt wird. Beim Qualifikationsturnier für die deutsche RoboCup-Meisterschaft sah das in den vergangenen Tagen ganz anders aus. 110 Schülerteams aus 15 verschiedenen Schulen haben seit Montag ihre selbst programmierten Lego-Roboter gegeneinander antreten lassen. Am Mittwoch werden die Sieger ermittelt.

„Wer hier gewinnt, hat gute Chancen zur Weltmeisterschaft nach China zu fahren“, sagt Thorsten Behrens, der am Gymnasium Langenhagen Informatik unterrichtet. In drei Kategorien treten die Schüler an. Dabei müssen sie ihre Roboter so programmieren, dass sie mithilfe von Sensoren Linien auf dem Boden erkennen und diesen folgen können. Beim Robo-Rescue sollen die Roboter einen Parcours durchfahren, Hindernisse überqueren und eine in Not geratene Dose in Sicherheit bringen. In der Disziplin Robo-Dance vollführen sie eine Tanz-Choreografie oder geben eine schauspielerische Einlage.

Im Lichthof der Universität Hannover tüfteln 110 Schülerteams aus 15 verschiedenen Schulen an selbst programmierten Lego-Robotern. Es ist das Qualifikationsturnier für die Meisterschaft „RoboCup German Open“. Ein Blick in den Lichthof.

Erstmals gibt es auch die Rubrik CoSpace – eine rein virtuelle Simulation, bei der zwei Roboter so programmiert werden, dass sie möglichst viele Punkte einsammeln. Nur die fußballspielenden Roboter kommen bei diesem Turnier nicht zum Einsatz. „Pro Team braucht es da zwei Roboter mit je drei Motoren – das können wir uns einfach nicht leisten“, erklärt Joachim Selke von der Goetheschule. Außerdem gerate man dann schnell in eine Kategorie mit ostasiatischen Kampfmaschinen, so der Fachlehrer. „Da splittert dann das Plastik.“

Die beiden Lehrer Selke und Behrens haben gemeinsam mit ihrem Kollegen Karsten Nolte vom Georg-Büchner-Gymnasium in Seelze das dreitägige Turnier organisiert. Sie hoffen genau wie die Sponsoren Stiftung Niedersachsen Metall und Leibniz Universität, mit dem RoboCup die Begeisterung für Informatik zu erhöhen. Die besten 30 Prozent jeder Disziplin und Alterskategorie qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft, die im April in Magdeburg stattfindet. Wer dort siegt, reist im Juli nach Hefei im Osten Chinas zur Weltmeisterschaft.

Mit der Informatik-AG nach China

Victoria Intze vom Gymnasium Langenhagen hat 2013 bei der Weltmeisterschaft in Eindhoven mit ihrem Team gewonnen. In diesem Jahr unterstützt die Elftklässlerin ihre jüngeren Mitschüler bei einer RoboDance Aufführung. „Tanzen ist doch etwas vielseitiger als die Rettungsmissionen“, sagt die Gymnasiastin. Bei der Aufführung ihrer Schulkameraden fahren zwei zu Schiffen umgebaute Roboter auf eine Burg zu, deren Tore sich durch Abstandssensoren öffnen sollen. Heraus tritt dann ein weiterer Roboter, der als Captain Jack Sparrow aus den „Fluch der Karibik“-Filmen verkleidet ist. „Bisher ist er jedes Mal umgekippt“, berichtet Victoria Intze. Vielleicht müsse man einfach sagen, dass das zur Choreografie dazu gehöre, witzelt die erfahrene Weltmeisterin.

Ganz neu dabei ist die 13-Jährige Cornelia von der Goetheschule. Sie hat erst in diesem Schuljahr mit der Informatik-AG angefangen. „Zuerst müssen wir nur programmieren, dass die Roboter einem Quadrat auf dem Boden folgen können“, sagt die Siebtklässlerin. Mittlerweile kann ihr Roboter schon Hindernisse erkennen, an Kreuzungen richtig abbiegen und Rampen hoch fahren. „Dafür müssen wir allerdings gar nichts programmieren. Nur das Gewicht muss richtig verlagert sein“, erklärt Cornelia wie ein Profi und zeigt die Lego-Konstruktion, die sie um den kleinen Computer herum gebaut hat.     

Niklas Kleinwächter

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