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Aus der Stadt Schüler wollen Klassenfahrten zurück
Hannover Aus der Stadt Schüler wollen Klassenfahrten zurück
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00:22 02.05.2015
Von Saskia Döhner
Keine Klassenfahrten: Die Personalräte hatten jüngst angekündigt, bis 2018 an ihrem Klassenfahrtenboykott festhalten zu wollen.
Keine Klassenfahrten: Die Personalräte hatten jüngst angekündigt, bis 2018 an ihrem Klassenfahrtenboykott festhalten zu wollen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Mit Rücksicht auf die Abiturprüfung in Politik, die am Dienstag landesweit stattfand, haben sich die rund 100 Schüler der Humboldtschule am Mittwoch in der zweiten großen Pause auf dem Schulhof versammelt und ein Ende des Dauerstreits gefordert. Es gehe ausdrücklich darum, sich in dem Konflikt auf keine Seite zu schlagen, betonte Schülervertreter Lukas Fritsch. An der Aktion hätten sich vor allem Schüler aus den unteren Jahrgängen beteiligt, die gern wieder Klassenfahrten unternehmen würden. Lehrer und Land müssten endlich wieder gemeinsam ins Gespräch kommen und den seit fast zwei Jahren andauernden Konflikt lösen, fordern die Schüler.

Seitdem das Kabinett beschlossen hatte, die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung für Pädagogen an Gymnasien von 23,5 auf 24,5 Stunden ab August 2014 zu erhöhen, hatten die Personalräte für drei Viertel der Schulen beschlossen, Klassenfahrten und andere freiwillige Leistungen wie Theater- oder Konzertbesuche zu streichen. Die Lehrer werfen der Regierung Wortbruch vor, sie hätten jahrelang freiwillig sogar mehr Stunden geleistet als vorgeschrieben. Das Land habe dafür versprochen, in dieser Zeit die Unterrichtsverpflichtung nicht zu erhöhen - und genau dies nun aber getan. Das Land verweist darauf, dass Lehrer durch den Ausbau der Ganztagsschulen und die Streichung von schriftlichen Arbeiten auch entlastet würden. Die Personalräte hatten jüngst angekündigt, bis 2018 an ihrem Klassenfahrtenboykott festhalten zu wollen.

Es könne nicht sein, dass eine ganze Generation von Schülern ohne Klassenfahrt bleibe, kritisiert der Landesschülerrat. In ganz Niedersachsen hatten am Dienstag insgesamt 10 000 Schüler ein Ende des Boykotts gefordert. Die Jugendlichen protestierten mit Sitzstreiks und Vollversammlungen in den Schulen, in Stade gab es eine Demonstration mit 2000 Teilnehmern. Im hannoverschen Umland hatte sich das Gymnasium Langenhagen an dem Aktionstag beteiligt. Nun ist auch noch die Humboldtschule hinzugekommen.

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Von 9.50 bis 13 Uhr ging gestern am Georg-Büchner-Gymnasium gar nichts mehr - zumindest fand kein Unterricht statt. Die Schülervertreter hatten alle Mitschüler dazu aufgerufen, an einem landesweiten Sitzstreik teilzunehmen und damit ihren Unmut über den Lehrerboykott der Klassenfahrten kundzutun.

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