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Aus der Stadt Schüler zahlen mehr, Lehrer weniger
Hannover Aus der Stadt Schüler zahlen mehr, Lehrer weniger
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08:02 13.12.2011
Von Mathias Klein
Die Preise für das Schulessen sollen an den Förderschulen der Region angehoben werden - allerdings nur für Schüler. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Lehrer und andere Mitarbeiter, die bisher 5,10 Euro zahlen, sollen dagegen künftig nur noch 4,10 Euro für ein Mittagessen auf den Tisch legen. In Hannover sind die Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule (Groß-Buchholz) und die Wilhelm-Schade-Schule (Stöcken) von den Preisänderungen betroffen. Regionssprecher Nils Meyer begründete die Maßnahme mit gestiegenen Kosten. „Die Essensgeldbeiträge müssen alle paar Jahre angehoben werden“, sagte er.

Die Region wolle moderate Preise für die Schüler, aber auch für die Lehrer ermöglichen, sagte Meyer. Es gehöre zum pädagogischen Konzept der Förderschulen für geistige Entwicklung, dass die Lehrer am Mittagessen der Schüler teilnähmen. Durch die Preissenkung sollten für die Pädagogen Anreize geschaffen werden, mit den Schülern zu essen. In einem Erlass des Kultusministeriums zu den Förderschulen heißt es: „Die Vorbereitung und die Einnahme der Mahlzeiten gehört zu den unterrichtlichen Aufgaben.“ Offenbar ist aber an einigen Schulen die Bereitschaft der Lehrer mitzuessen sehr gering. Laut Statistik der Regionsverwaltung hat im Jahr 2010 an manchen Schulen nicht ein einziges Mal ein Lehrer ein Schulessen gekauft.

Für die meisten Eltern der Förderschüler wirkt sich die Preisanhebung nach Angaben von Meyer nicht aus. „Ein Großteil kann Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen“, sagte er. Das bedeute, dass die Eltern pro Mittagessen lediglich ein Euro zuzahlen müssten. Für die Region werde durch die neuen Preise der Zuschuss um 50.000 Euro geringer ausfallen, sofern die Preise der Caterer und die Zahl der Essen gleich blieben. Derzeit zahlt die Region für die rund 82.000 Essensportionen an den neun Schulen insgesamt etwa 285.000 Euro pro Jahr.

CDU-Schulexperte Bernward Schlossarek sagte, die Senkung des Essensgeldes für Lehrer sei „nicht das richtige Signal“. Es ergebe sich eine „Schieflage“. Diese aber hatte seine Fraktion zuletzt nicht daran gehindert, dem Beschluss im Schulausschuss zuzustimmen. Die Linken kündigten unterdessen ihren Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung an. Die Region müsse Kindern, deren Eltern auf Sozialleistungen angewiesen seien, auch den verbleibenden Euro pro Mittagessen als Zuschuss bezahlen, da dieser in den Hartz-IV-Regelsatz eingerechnet sei, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Birgit Hundrieser.

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