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Aus der Stadt 93 Sozialstunden für Reizgas-Angriff in Schule
Hannover Aus der Stadt 93 Sozialstunden für Reizgas-Angriff in Schule
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00:16 06.08.2016
Von Jörn Kießler
Der Rettungsdienst musste die Verletzten versorgen. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Das Amtsgericht hat eine 16 Jahre alte Schülerin zu 93 Stunden Hilfsdienst verurteilt, weil sie im Januar dieses Jahres Reizgas in der Gerhart-Hauptmann-Realschule in Groß-Buchholz versprüht hatte. Dabei wurden insgesamt 31 Personen verletzt und ein Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. „Als ich das damals machte, habe ich mich cool gefühlt“, erklärte das Mädchen bei der Verhandlung vor dem Jugendgericht. Heute tue ihr die Sache sehr leid.

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Diesen Eindruck bestätigten selbst die Opfer, von denen einige als Zeugen vor Gericht geladen waren. Zwei Lehrerinnen, die auch bei dem Vorfall am 22. Januar verletzt wurden, beschrieben die 16-Jährige als Mädchen, das sich sehr für seine Mitschüler einsetze. Selbst eine Zeugin, die unmittelbar nach der Reizgasattacke bei der Polizei kein gutes Wort über die 16-Jährige verlor, revidierte bei der Verhandlung ihre Aussage in großen Teilen.

Die Angeklagte selbst räumte die Tat vollständig ein und verzichtet darauf Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Warum sie das Reizgas überhaupt zum Ende der ersten großen Pause in der Cafeteria der Schule versprüht hatte, konnte sie auch nicht erklären. „Ich hatte das am Tag zuvor ausprobiert, da mussten alle Leute in der Umgebung aber nur husten“, sagte sie. Am Vormittag des 22. Januar sprühte sie dann das Reizgas, das sie von einer Freundin hatte, unter den Tisch in der Cafeteria, die sie kurz darauf verließ. Auf einem Gang in der Schule versprühte sie das Gas dann erneut. Als das Gas dann seine Wirkung entfaltete und die ersten Schüler, viele von ihnen waren zwischen zehn und elf Jahre alt, Atembeschwerden bekamen, brach Panik aus. 31 Menschen wurden verletzt.

Für jede dieser Personen verurteilte die Jugendrichterin die 16-Jährige zu drei Stunden Hilfsdienst. Die ersten Folgen bekam die Schülerin aber bereits vor dem Gerichtsprozess zu spüren. Schon kurze Zeit nach der Tat verließ sie die Gerhart-Hauptmann-Realschule und musste an einer anderen Schule ihren Schulabschluss machen.

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