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Aus der Stadt Keine Kutschen beim Schützenausmarsch?
Hannover Aus der Stadt Keine Kutschen beim Schützenausmarsch?
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09:37 23.06.2017
Von Mathias Klein
Sauer auf die Stadt: Birgit Wrede (li.) und Marion Plumhoff schicken keine Kutschen zum Schützenumzug.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Das hannoversche gilt als das größte Schützenfest der Welt mit dem längsten Schützenausmarsch der Welt - aber in diesem Jahr gibt es im Vorfeld gewaltigen Ärger. Denn die Auflagen der Stadt für Kutschen beim Ausmarsch am Sonntag in einer Woche sind so restriktiv, dass eine Betreiberin die Teilnahme ihrer zugesagten Kutschen kurzfristig abgesagt hat. Ob andere diesem Beispiel folgen und der Ausmarsch möglicherweise ganz ohne Kutschen stattfinden wird, ist derzeit noch unklar.

„Das ist Schikane“

Reiterhofbetreiberin Marion Plumhoff ist seit 20 Jahren bei jedem Schützenausmarsch dabei. Am Sonntag, 2. Juli, wollte sie mit neun Kutschen mitfahren, gebucht von Schützenvereinen. Auf einer Kutsche sollte der Stadtschützenkönig sitzen, auf anderen städtische Prominenz. Aber daraus wird jetzt nichts. Denn die Pferdeexpertin fühlt sich von der Stadt schikaniert. „Es ist in Ordnung, dass es Auflagen gibt und alles kontrolliert wird“, sagt Plumhoff. „Aber was die Stadt in diesem Jahr macht, ist reine Schikane“, erläutert sie. So muss sie mit allen Kutschen bereits um 8 Uhr an der HDI-Arena zur Kontrolle von Kutschen, Pferden und Kutschern angekommen sein. Anschließend muss sie von dort über Umwege zum Aegi, wo der Aufmarsch sich aufstellt. „Da müssen dann meine Tiere in der prallen Sonne vier Stunden auf dem Asphalt herumstehen, das mache ich nicht mit“, betont sie.

"Im Doubliertritt, Marsch!" lautet das traditionelle Startzeichen für den längsten Schützenausmarsch der Welt - dann geht es los. Auf einer Strecke von vier Kilometern ziehen rund 10.000 Teilnehmer, 50 Festwagen und 100 Kapellen vom Neuen Rathaus aus durch die City zum Festplatz.

Zudem verlange die Stadt in diesem Jahr Scheuklappen von den Kutschpferden. „Meine Pferde laufen damit keinen Meter“, sagt Plumhoff. Ihre Tiere kämen ohne Scheuklappen mit der Situation klar. Sie wirft der Stadt vor, trotz der Einwände der Kutschenbetreiber einfach stur zu bleiben. „Es scheint so, als wolle die Stadt gar keine Kutsche beim Ausmarsch dabei haben.“

Frank Neumann vom Verein Bürgerschützen des nördlichen Stadtteils von Hannover ist von der Absage enttäuscht. „Das hat uns schwer getroffen“, sagt er. Es sei in Ordnung, dass es für Kutschen und Pferde Regeln gebe, weil es auch immer mal wieder kleinere Zwischenfälle gegeben habe. Dennoch dürfe die Stadt nicht übertreiben. „Was ist schon der Schützenausmarsch ohne Kutschen?“, sagt Neumann.

Die Stadt verweist darauf, dass die Sicherheitsregeln von Großveranstaltungen gemeinsam mit der Polizei ständig angepasst und überprüft würden. Die Vorschriften für den Schützenausmarsch seien „standardgemäß“, sagte Rathaussprecher Udo Möller.

Im Mai hatten die Veranstalter das Misburger Schützenfest abgesagt. Grund dafür waren zu hohe Sicherheitsauflagen. Die Organisatoren sollten für das Fest 22 Security-Mitarbeiter beschäftigen.

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