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Aus der Stadt „Schwarzfahrer“ trotz Ticket
Hannover Aus der Stadt „Schwarzfahrer“ trotz Ticket
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20:54 15.08.2013
Von Conrad von Meding
Foto: Ticket aus der Zukunft.
Ticket aus der Zukunft. Quelle: Geoffrey May
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Diese Fahrkartenkontrolle wird Georg W. so schnell nicht vergessen. Der bekennende Üstra-Vielfahrer musste sich am Mittwoch in der Stadtbahn für sein frisch gestempeltes Tagesticket rechtfertigen. Es zeigte nicht das richtige Datum, daher sollte W. das erhöhte Fahrgeld von 40 Euro zahlen. Das Seltsame: Das Ticket, von dem der HAZ ein Foto vorliegt, zeigt das Datum vom 16. August – das ist der Freitag. Die Kontrolle aber fand am Mittwoch, 14. August, statt.

Der Kontrolleur habe sich keinem Argument zugänglich gezeigt, berichtet W. „Für die anderen Fahrgäste entstand der Eindruck, dass ich als „Schwarzfahrer“ erwischt worden war. Außerdem kam ich dadurch zu spät zum Ziel, und mir wurde die Fahrkarte abgenommen, sodass ich bei der Rückfahrt neu zahlen musste“, ärgert sich der Betroffene, der sein Ticket fotografierte, um einen Beweis seiner Unschuld zu haben.

Er hatte die Fahrkarte an der Haltestelle Oldenburger Allee in Lahe an einem Automaten korrekt entwertet und war in die Stadtbahn eingestiegen. Die Kontrolle fand zwischen Stadtmitte und Lister Platz statt. Dort sei er vom Kontrolleur zunächst in der Bahn zur Rede gestellt und schließlich zum Aussteigen gezwungen worden. Auf dem Bahnsteig habe ein weiterer Kontrolleur behauptet, das falsche Arbeiten eines Stempelautomaten könne nicht als Ausrede herhalten – schließlich sei es „Aufgabe jedes Stadtbahnkunden, auf das ordnungsgemäße Datum des Stempels zu achten“. Dazu sei man verpflichtet.

„Das war definitiv falsch“, kommentierte am Donnerstag Üstra-Sprecher Udo Iwannek den Vorgang. Der Fahrgast sei nicht für defekte Technik an den Haltestellen verantwortlich, und niemand erwarte, dass dem Stadtbahnkunden ein falsches Stempeldatum auffalle. Der Betroffene werde ein Entschuldigungsschreiben erhalten. „Unsere Kontrolleure sind zwar angewiesen, sich nicht auf lange Diskussionen einzulassen. Aber sie dürfen bei solch einem offenkundigen Fehler ruhig anders reagieren“, sagt Iwannek. Der Vorgang werde intern noch einmal thematisiert.

Was W. besonders ärgert: Er sagt, er habe nach dem peinlichen Vorgang dreimal die Üstra-Zentrale auf den defekten Entwerter aufmerksam gemacht. „Trotzdem war das Gerät nach fast drei Stunden weder korrigiert noch außer Betrieb genommen.“ Bei der Üstra will man der Sache noch einmal nachgehen.

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