Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schwester und Klinikum schließen Kompromiss
Hannover Aus der Stadt Schwester und Klinikum schließen Kompromiss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 31.08.2014
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa
Hannover

Die 35-Jährige war vor das hannoversche Arbeitsgericht gezogen, um dort feststellen zu lassen, dass ihr die Arbeit auf der Intensivstation aus gesundheit­lichen Gründen nicht mehr zuzumuten sei; ihr Arbeitgeber hatte sich geweigert, ihrem Wunsch nach Versetzung in eine andere Abteilung nachzukommen. Der nun erzielte Vergleich mit dem Klinikum sieht vor, dass die Krankenschwester zwei Monate bei voller Bezahlung freigestellt wird und das Großburgwedeler Krankenhaus zum 30. September 2014 verlässt. Außerdem bekommt sie eine Abfindung von 13 000 Euro.

Die Mutter von drei Kindern hatte zwischen 2001 und 2012 mit einer halben Stelle in der Anästhesie gearbeitet. Als sie ihren Job nach einem Jahr Elternzeit im November 2013 wieder aufnehmen wollte, wurde sie mit der Versetzung auf die Intensivstation konfrontiert. In ihrem alten Arbeitsbereich, so hieß es, sei für sie keine Stelle mehr frei. Doch auf der Intensivstation setzten der Frau das alltägliche Ringen der ihr anvertrauten Menschen mit dem Tod und das häufige Abschiednehmen so sehr zu, dass sie sich krankmeldete. Dann versuchte sie erneut, auf „Intensiv“ klarzukommen - und wurde wieder krank. Ein Angebot des KRH, für weniger Geld in der Gynäkologie zu arbeiten, lehnte die Krankenschwester ab.

Bei einer ersten Arbeitsgerichts-Verhandlung im Juli hatte ein Personalleiter des Klinikums gesagt, dass man die Schwester so unterbringen wolle, wie es ihr Gesundheitszustand erlaube. Allerdings müsse auf der gewünschten Sta­tion eine Stelle frei sein. Nach Auskunft von Rechtsanwalt Michael Timpf, der die 35-Jährige vertritt, arbeiten in der Großburgwedeler Anästhesie zwölf Krankenschwestern; seiner Ansicht nach hätte es das Krankenhaus bei etwas gutem Willen durchaus ermöglichen können, seine Mandantin wieder dort unterzubringen.

Doch mit dem nun gefundenen Kompromiss, so Timpf, könne die Krankenschwester leben. Sie betrachte die Abfindung als „angemessenen Ausgleich für den unschönen Umgang mit ihr“ und als Bestandteil eines versöhnlichen Ausgangs des Streits. Immerhin steht die 35-Jährige nun auch nicht auf der Straße: Sie hat zum 1. Oktober dieses Jahres eine neue Stelle in einer hannoverschen Privatklinik gefunden - auf der Anästhesiestation.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte jüngst in einem ähnlichen Fall ein Urteil gefällt. Eine Krankenschwester, die fast 30 Jahre in einer Potsdamer Klinik im Schichtdienst tätig war, konnte aufgrund der Einnahme spezieller Medikamente nicht mehr nachts arbeiten, weil sie dann übermäßig schläfrig wurde. Die Klinik hatte der Frau gekündigt, diese klagte in mehreren Instanzen auf Weiterbeschäftigung. Das BAG gab der Krankenschwester im April 2014 Recht. Sie sei nicht arbeitsunfähig krank; wegen ihrer gesundheitlichen Einschränkungen sei es dem Arbeitgeber aber zuzumuten, sie nur noch für die Tagschichten einzuteilen.

Aus der Stadt Strickkünstlerin Mansha Friedrich - „Ich will fette Projekte machen“

Strickkünstlerin Mansha Friedrich kleidet im Oktober die Kuppel der Basilika St. Clemens ein. Und demnächst ein Schiff. Wieso macht man sowas? Die Hannoveranerin gibt in einem Interview Antworten.

Rüdiger Meise 31.08.2014
Aus der Stadt Institut zur Früh-Förderung - Begnadete studieren schon mit 13 Jahren

Am Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter lernen gut 40 Schüler. Die Bruno-Frey-Stiftung unterstützt das Projekt seit zehn Jahren.

Michael Zgoll 31.08.2014

Das Bestreben der Stadt, ein Verleihsystem für Elektrofahrräder zu etablieren, zieht sich. Mittlerweile geht langsam die zweite Fahrradsaison nach Ankündigung des Vorhabens ins Land, ohne dass die sogenannten Pedelecs zur Verfügung stehen. Als neuen Termin nennt Stadtsprecher Alexis Demos das Frühjahr 2015.

Bernd Haase 31.08.2014