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Aus der Stadt Was wird aus den kleinen Kneipen in Hannover?
Hannover Aus der Stadt Was wird aus den kleinen Kneipen in Hannover?
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00:15 11.12.2017
Die Gastronomen Christoph Elbert (von links) Angelia Kaiser, Heiko Heybey, Kerstin Jordan (verdeckt) und Umut Kus diskutieren Rezepte – für das Funktionieren von Kneipen. In der Mitte Moderator Jan Sedelies. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Tante Minchen, Pindopp, Schaukelstuhl, Vater und Sohn sind nur einige der traditionellen Kneipen in Hannover, die in jüngerer Vergangenheit von der Bildfläche verschwunden sind. Behält Christoph Elbert Recht, bleibt es nicht dabei. „In Zukunft wird es ganz viele Kneipen nicht mehr geben“, sagt der Gastronom, der in Hannover unter anderem das 11a auf dem Küchengarten auf dem Küchengartenplatz in Linden betreibt.

Elbert saß zusammen mit seinen Berufskollegen Heiko Heybey (Spandau in der Nordstadt, Strandleben am Weddigenufer), Umut Kus (Café Extrablatt), Angelika Kaiser (Klickmühle am Landtag) sowie Kirsten Jordan, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Hannover des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) auf dem Podium beim HAZ-Forum im Historischen Museum. HAZ-Redakteur Jan Sedelies als Moderator diskutierte mit ihnen über den Charakter der Kneipenlandschaft in der Landeshauptstadt unter besonderer Berücksichtigung der Eckkneipen. 

Zahl der Betriebe sinkt

Die „getränkegeprägten Betriebe“, wie sie Jordan nannte, befinden sich auf dem Rückzug. In Niedersachsen und in Hannovers Umland sind nach ihren Angaben jeder dritte von ihnen verschwunden. Besser sieht es in der Stadt Hannover aus, wo die Quote im gleichen Zeitraum bei zehn Prozent lag. Regelmäßig geht das Ende einer Traditionskneipe mit Trauer bei den Gästen und entsprechender Medienberichterstattung einher.

Nach Einschätzung von Heybey sind das häufig Krokodilstränen: „Kultkneipen werden glorifiziert. Wenn sie schließen, meckern viele, aber gerade auch diejenigen, die am Ende immer seltener oder gar nicht mehr hingegangen sind.“ Das sieht auch Elbert so. Jeder Kneipenbesucher habe Einfluss darauf, ob ein Laden laufe oder nicht.

Bürokratie und Auflagen bringen Wirte an Grenzen

Das Ausbleiben von Stammgästen, die Abkehr von der jahrzehntelangen Kultur des Feierabendbieres, Konkurrenzangebote durch Kioske und Tankstellen und verändertes Ausgehverhalten bei jüngeren Menschen sind das eine, das Wirten das Leben schwer macht. Das andere sind Bürokratie und Auflagen wie etwa im Arbeitsschutz, in der Hygiene, im Lärmschutz bei Außenbewirtschaftung oder in der Allergenkennzeichnung. „Viele Gastronomen stoßen dadurch finanziell und operativ an ihre Grenzen“, befand Kus. Elbert sagte, die meiste Energie gehe für diesen Bereich drauf und nicht mehr für die gute Präsentation eines Restaurants oder einer Kneipe.

Das klang alles ernüchternd, aber das Quintett auf dem Podium hätte den Beruf verfehlt, hätte es einen kompletten Abgesang auf die Kneipenkultur angestimmt. Es ändern sich aber die Rahmenbedingungen. „Die Tendenz geht dahin, dass man mehr Fläche braucht. 60 bis 80 Plätze, drinnen und draußen, müssen es sein“, sagte Heybey. Kus setzt auf lange Öffnungszeiten, ein breites Angebot auf der Karte und generell auf Berechenbarkeit. Das sieht auch Klickmühlen-Wirtin Kaiser so. „Die Gäste, die zu uns kommen, verstehen, was wir machen.“ Im übrigen müsse man auch nicht jedem Trend folgen: „Bevor ich mit Happy Hour oder Flatrate anfange, bleibe ich lieber zu Hause“, erklärte sie.

Ein grundlegendes Rezept

Am Ende landete die Runde dann bei einem Rezept, das schon immer grundlegend für das Funktionieren eines gastronomischen Betriebes war. „Gäste müssen sich beachtet und zuhause fühlen“, erklärte Kaiser. Und so schloss Moderator Sedelies den Abend mit einem schlichten Appell an die Besucher: „Wenn Ihnen etwas an der Kneipe liegt, gehen sie öfter auf ein Bier vorbei. Oder zwei.“

 

Von Bernd Haase

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